Landrätin Dorothea Schäfer appelliert an die Bürger, die Wirtschaft der Region zu unterstützen, beispielsweise mit einem Kurzurlaub in Rheinhessen. Archivfoto: Ralph Keim

RHEINHESSEN – Nach Wochen mit nahezu komplettem Stillstand fährt auch das gesellschaftliche Leben langsam wieder hoch. Doch die Corona-Verordnungen haben Auswirkungen, die noch lange nachhallen – auch in Rheinhessen. Wie der Bürger seinen Beitrag hin zur Stabilisierung und Normalität leisten kann, darüber sprachen wir mit Landrätin Dorothea Schäfer.

Frau Landrätin, wie können die Bürger die von der Coronakrise besonders gebeutelten Betriebe und Unternehmen unterstützen?

DOROTHEA SCHÄFER: Wichtig ist, dass die Bürgerinnen und Bürger jetzt die lokalen Anbieter, die lokalen Produzenten unterstützen, indem sie lokale Produkte kaufen. Es hilft der ganzen Region,wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Desto schneller lässt sich die regionale Wirtschaft wieder ankurbeln.

Besonders schwer hat es ja die Hotellerie und die Gastronomie getroffen. Wie lautet für diese Branche Ihr Appell?

DOROTHEA SCHÄFER: Für diese Branche ist es einerseits herausfordernd, die Hygienekonzepte umzusetzen und dennoch etwas wie Behaglichkeit zu schaffen. Andererseits muss die Durststrecke überwunden werden, bis die Gästezahlen wieder steigen und die Betriebe es ökonomisch wieder leichter haben. Da ist viel Kreativität gefordert und auch vorhanden – sei es über Online-Zugänge zu Zeitungen auf den Zimmern und Speisekarten im Internet über eigene Besteckkisten für jeden einzelnen Gast. Jetzt warten die Gastgeber auf die Buchungen. Es wäre schön, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin unsere Gastronomie nutzen und damit unterstützen würden. Wie es viele Menschen während des Lockdowns schon getan haben, als sie ihr Essen im Restaurant abgeholt haben oder es sich liefern ließen.

Was halten Sie von Urlaub in der Region, in der man lebt?

DOROTHEA SCHÄFER: Natürlich hat auch ein Kurzurlaub in einem rheinhessischen Hotel etwas für sich. Das ist vielleicht nur ums Eck, ist aber dennoch oft fast wie in einer anderen Welt. Wir haben in unserem Landkreis, der mit Rheinhessen, Nahe und Mittelrhein aus drei Regionen besteht, für jeden etwas zu bieten.

Was plant die Kreisverwaltung in dieser Hinsicht? Gibt es vielleicht eine Imagekampagne oder sonst eine Initiative?

DOROTHEA SCHÄFER: Wir haben uns mit der Industrie- und Handelskammer vereinbart und werden demnächst gemeinsam mit unseren Touristikern und mit Vertretern aus der Branche zu einer Gesprächsrunde treffen. Ziel wird es dabei sein, Wege auszuloten, das Image Rheinhessens über dessen Grenzen hinaus zu steigern. Unser Ziel muss es sein, im Deutschland-Tourismus eine größere Rolle zu spielen.

Dass Rheinhessen schön und immer ein Besuch wert ist, muss man den Rheinhessen nicht unbedingt sagen. Aber wie kann man diese Botschaft beispielsweise ins Ruhrgebiet transportieren?

DOROTHEA SCHÄFER: Über entsprechende Wege werden wir beraten und diese dann auch gehen. Wenn der Urlaub im eigenen Land für die Deutschen in diesem Jahr eine größere Rolle spielt, sollte auch unsere Region ein großes Stück davon abhaben.

Was sind eigentlich Ihre persönlichen Favoriten für einen Tagesausflug in Rheinhessen?

DOROTHEA SCHÄFER: Besonders gerne bin ich am Wasser. Das war schon in meiner Kindheit so,als ich von meinem damaligen Wohnort in der Mainzer Neustadt gerne ans Rheinufer gegangen bin. Und das ist auch heute noch so: Im Landkreis Mainz-Bingen gibt es ja glücklicherweise vieles chöne Plätze am Wasser, von den kleinen Bächen und Flüsschen bis hin zum Rhein.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“