Die Finther Kerb steht immer auch für gute Laune und Geselligkeit. In diesem Jahr muss darauf coronabedingt verzichtet werden. Archivfoto: Helene Braun

FINTHEN – Die Kerb wird in diesem Jahr abgesagt. Damit reagiert der Kerbeverein auf die Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die nicht mit der Kerb vereinbar seien. 

„Auf einem Fest wie der Finther Kerb ist es nicht möglich, Abstandsregeln einzuhalten oder den erhöhten Hygienebestimmungen nachzukommen. Wir sehen ein Zusammenkommen auf dem Kerbeplatz in diesem Jahr als nicht als vertretbar an“, so das offizielle Statement des Vorstands des Finther Kerbevereins (KFV).

„Der Rodeneck-Platz ist während der Kerbetage nahezu rund um die Uhr der Treffpunkt im Ort. Beteiligte, Helfer, Besucher tummeln sich auf dem Kerbeplatz, um eine ausgelassene gemeinsame Zeit zu erleben. Dies alles ist weit weg davon, sich auf Distanz zu begegnen“, erläutert die  Vorsitzende des FKV, Julia Müller. 

„Es macht mich sehr traurig, dass wir dieses Jahr nicht wie gewohnt zusammenkommen können, aber selten waren wir uns im Vorstand so einig wie bei dieser schweren Entscheidung. Die Verantwortung ist einfach zu hoch und die Rahmenbedingungen sind nicht gegeben.“

Unter der bis zum 31. August geltenden Corona Verordnung für Rheinland-Pfalz wäre die Kerb untersagt. Aktuell sei davon auszugehen, dass man auch im September noch mit Einschränkungen zu rechnen habe. Die Auflagen zur Durchführung einer Veranstaltung wie der Kerb bleiben wahrscheinlich sehr hoch und sind mit den Mitteln der Vereine und des Jahrgangs nicht umzusetzen. „Hier sehen wir uns als Kerbeverein in der Verantwortung, die Menschen entsprechend zu schützen und Risiken zu minimieren“, so der 2. Vorsitzende des FKV, Sascha Nowaczyk.

Ortsvorsteher Manfred Mahle unterstützt die Entscheidung: „Auch ich sehe keine Möglichkeit, unter den derzeitigen Bedingungen die Kerb zu planen und sie unter den wahrscheinlich im September noch erforderlichen Einschränkungen durchzuführen.“

Da die Organisation der Kerb enorme finanzielle und personelle Ressourcen benötigt, sei eine frühe Planungssicherheit für alle Beteiligten wichtig. Aufgrund der momentanen Lage sei diese Planungssicherheit jedoch nicht gegeben. 

So sieht es auch das Ehrenmitglied des Finther Kerbevereins, der frühere Ortsvorsteher Herbert Schäfer: „Ich denke, die traditionelle Kerb in diesem Jahr abzusagen, war die richtige Entscheidung des Vorstands. Dies ist zwar ein Novum in der Finther Kerbetradition, aber besondere Situationen erfordern zum Schutz der Besucher unserer Kerb, bedingt durch Corona, besondere Maßnahmen.“

So waren beim Vorstandsentscheidung zur Absage der Finther Kerb 2020 folgende Gesichtspunkte ausschlaggebend: Abstandsregeln können nicht eingehalten werden, den Hygienevorschriften kann nicht ausreichend nachgekommen werden, die zu erwartenden Auflagen können mit den vorhandenen finanziellen Mitteln nicht erfüllt werden und die finanzielle Unterstützung durch Finther Gewerbetreibende ist nicht sichergestellt.

Auch für den diesjährigen Kerbejahrgang haben sich enorme Einschränkungen ergeben, die eine Planung und Organisation auf der gerade sehr wackligen Grundlage mit ungewisser Aussicht für September unmöglich machen. Die Vorbereitungstreffen, welche auch für eine Festigung des Teams so wichtig sind, können derzeit nicht stattfinden. In Absprache mit dem diesjährigen und dem darauffolgenden Jahrgang wird es im September 2021 einen gemeinsamen Kerbejahrgang geben.

„Doch wir wären nicht der Finther Kerbeverein, wenn wir nun resigniert dieses Jahr als erledigt ansehen würden. Trotz großer Enttäuschung darüber, dass wir 2020 nicht wie gewohnt zusammenkommen können, machen sich bereits alternative Ideen in unseren Köpfen breit“, heißt es in der Stellungnahme weiter. 

Weitere Infos zu gegebener Zeit unter www.finther-kerb.de. 

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