Manuela Müller-Horn präsentiert die Küche aus der „guten, alten Zeit“. Foto: Ralph Keim

GONSENHEIM – Von den Verordnungen zur Eindämmung der Coronakrise war auch das Museum Gonsenheim betroffen. Die Einrichtung in Budenheimer Straße musste seine Türen für Besucher schließen. Doch jetzt ist es wieder möglich, in die Geschichte des Stadtteils einzutauchen: Am 7. Juni hat das Museum wieder geöffnet.

Darauf freut sich besonders Manuela Müller-Horn, Stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, der für das Museum Gonsenheim verantwortlich zeichnet. Sie gestattete der Lokalen Zeitung vorab einen Einblick in die Räume, die die ganze Vielfalt der vergangenen Jahrhunderte abbildet. Sehenswert ist beispielsweise die Küche, eingerichtet wie in der „guten, alten Zeit“.

Das Museum Gonsenheim bietet eine große Vielfalt interessanter Exponate. Foto: Ralph Keim

Mit gusseisernen Pfannen und Töpfen, einer altmodischen Kaffeemühle, einer nicht minder altmodischen Waage und vielen anderem mehr kann man sich gut vorstellen, wie es früher in den Gonsenheimer Küchen zugegangen ist. Selbstverständlich haben überwiegend Exponate und Zeugnisse der Gonsenheimer Geschichte im Museum ihren Platz, aber auch Alltägliches und weniger Alltägliches, das die Menschen grundsätzlich früher gebraucht haben, beispielsweise Kleidungsstücke, Fotokameras und Musikgeräte.

Wie haben die vielen Landwirte im früheren Gonsenheim gearbeitet? Wie sahen die Fastnachtsorden aus, die die Aktiven von den Gonsenheimer Korporationen früher bekommen haben? Wie kreativ waren und sind die vielen Gonsenheimer Künstler? Auch auf diese Fragen gibt das Museum Antworten. Das interessiert nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche, wie Manuela Müller-Horn in den vergangenen Jahren beobachtet hat.

Zeugnisse des Gonsenheim aus längst vergangenen Zeiten. Foto: Ralph Keim

„Wir bieten ja ein Mitmach-Museum und haben daher oft Besuch von Schulkindern“, berichtet sie. Daher ist geplant, dass die Museumsmacher zu den Schulkindern in die Klassen kommt. „Das Konzept steht bereits“, informiert die Zweite Vorsitzende. Allerdings macht die Coronakrise mit ihren immer noch geltenden Verordnungen die Umsetzung derzeit noch nicht möglich. Komplett absagen musste die Heimat- und Geschichtsverein schon vor einigen Wochen sein komplettes Programm für das erste Halbjahr.

Rund 220 Mitglieder hat der Heimat- und Geschichtsverein, der seit knapp 30 Jahren auch die bekannten Jahrbücher herausgibt. Seit dem Jahr 2000 ist das Museum in der Budenheimer Straße ansässig, vorher war es in der Grabenstraße zu finden.

Das Museum hat jetzt wieder an jedem ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12.30 Uhr geöffnet.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“