In Gonsenheim hat diese Spatzenfamilie Quarfier bezogen. Foto: Robin Stege

GONSENHEIM – Der Haussperling oder auch Spatz genannt ist einer der bekanntesten Stadtvögel. Spatzen sind überwiegend Höhlenbrüter. Als Kulturfolger des Menschen bauen sie ihre kugeligen Nester in Nischen und Hohlräumen, in Mauerlöchern oder Spalten unter Dächern, meist in Gesellschaft mit vielen anderen Spatzenpärchen. Sie gehören somit zu den „Gebäudebrütern“, die kein entferntes Winterquartier aufsuchen.

Robin Stege beobachtete ein Spatzenpärchen, das sich in einem Loch in der Hausfassade unweit seiner Wohnung ein Nest gebaut hat. Die Vögel und ihre Nester sind besonders streng geschützt und das rund ums Jahr. Zu den Hauptgefährdungsfaktoren zählen neben Brutplatzverlusten durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden auch ein zunehmender Nahrungsmangel. Während Spatzen für die Aufzucht ihrer Jungtiere insektenreiche Nahrung benötigen, ernähren sich die erwachsenen Vögel von Samen, Früchten, Beeren und Knospen. Sie picken aber auch Krümel vom Boden und tragen damit dazu bei, Mäuse und Ratten fernzuhalten.

Aus dem Alltag einer Spatzenfamilie. Foto: Robin Stege

Robin Stege stellte seine Kamera mit Bewegungssensor auf, um Bilder machen zu lassen. So kam der Hobbyfotograf zu herrlichen Tierporträts, wo er doch sonst lieber Landschafen, Gebäude oder Personen fotografiert. Er beobachtete, dass sich beide Elternteile am Nestbau beteiligten,das etwas kontrastreicher gefärbte Männchen ebenso wie das unauffälligere Weibchen. Beide Elternteile trugen unermüdlich den ganzen Tag über Insektenfutter für den Nachwuchs heran-und Kot aus dem Nest heraus. Etwa zwei Wochen nach dem Schlüpfen verließ ein Spatzenjungtier das Nest.

Stege beobachtete, dass es sich auf einem benachbarten Baum hockte und noch einige Tage von seinen Eltern mit Nahrung versorgt wurde. Die Jungtiere werden von Nest- zu Asthockern. Nach etwa acht Tagen werden sie unabhängig. In der Brutzeit von März bis August können in guten Jahren drei bis vier Jahresbruten mit jeweils bis zu sieben Jungtieren großgezogen werden. Auch das treue Spatzenpaar in Gonsenheim hat schon wieder angefangen, neues Nistmaterial für eine neue Brut herbeizuschaffen.

Wer dem Haussperling helfen will, kann auch eine künstliche Nisthilfe anbringen, empfiehlt der BUND Mainz. Werden Gebäude saniert oder neu gebaut, können Nischen und Mauerspalten eingerichtet werden. Auch in eine begrünte Fassade wird gerne eingezogen. Wer einen Garten besitzt, pflanzt einheimische Sträucher, Stauden und Gräser. Sie sichern dem Spatz ein reiches Angebot an Insekten und Samen.

Weitere Informationen unter mainz.bund-rlp.de.

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