Eine kontaktlose Rallye für die Kleinsten bot die Kinderfeuerwehr an. Foto: privat

HECHTSHEIM. Mitte April hat jemand seine Meinung vor dem Feuerwehrgerätehaus in Hechtsheim auf den Boden gesprayt. „Danke“ war dort in weißen Lettern zu lesen, gefolgt von einem rosafarbenen Herz. Mittlerweile hat der Regen den Schriftzug weggewischt. Ähnlich dankbar zeigten sich aber zuletzt die Eltern und Kinder der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Dankbar für das Engagement der Betreuer.

Etwa 20 Kinder im Grundschulalter bis neun Jahren sind in Hechtsheim Mitglied in der Kinderfeuerwehr. Die Jugendabteilung (von zehn bis 16 Jahren) umfasst eine ähnliche Zahl. Sieben Kinder könnten 2021 in die Jugendabteilung wechseln, zwölf Grundschulkinder stehen auf der Warteliste, zählt Melanie Bues, Feuerwehrfrau und Leiterin der Kinderfeuerwehr, auf. „Wenn sie weitermachen, wäre es toll.“

Die Aktivitäten im Nachwuchsbereich ruhen derzeit. Aber nicht der Einfallsreichtum der Betreuer. „Zuletzt haben wir eine Buchstaben-Rallye durch den Ort organisiert“, so Bues. An verschiedenen Stellen wie dem Gerätehaus oder der Buchhandlung mussten die Kinder jeder für sich Rätsel lösen und nach Buchstaben suchen, die das Lösungswort „Kinderfeuerwehr“ ergaben. „Es war eine tolle Aktion“, beruft sich Bues auf die Rückmeldungen durch Eltern und die Kinder, die sich über eine Überraschung, einen Anhänger in Form eines Feuerwehrmannhelms, freuten. Ein weiteres Ergebnis, die gemalten Bilder, lassen sich im Fenster im ersten Stock des Gerätehauses bewundern. „Wir hatten keinen Kontakt zueinander und haben doch gemeinsam etwas Schönes erlebt.“

Die Kinderbilder der Buchstaben-Rallye hängen im Fenster des Gerätehauses. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Die Hechtsheimer Kinderfeuerwehr ist bei elf Feuerwehrstandorten in Mainz eine von sechs. Die notwendige Gründungsbedingung dafür sei die Leitung durch eine geschulte pädagogische Kraft, erläutert Bues. Sie selbst ist von Beruf Erzieherin und Feuerwehrfrau. „Wir waren nach Drais und Marienborn die dritte Kinderfeuerwehr in der Landeshauptstadt.“

Auch wenn die Kleinsten nicht alles machen dürfen, was die Jugendfeuerwehr macht: Die Jahresaktivitäten planen die Betreuer aus beiden Abteilungen gemeinsam. Denn sie pflegen den Gemeinschaftssinn von klein auf. So schauen die Kinder bei den Übungen mit und dürfen auch mal das Strahlrohr halten. Spielerisches Lernen steht bei den Jüngsten im Vordergrund. „Die Kids sollten grundsätzliches Verhalten erlernen. Beispielsweise wie sie Hilfe holen oder jemanden, dem es nicht gut geht, ansprechen.“

Die gemeinsamen Planungen beider Abteilungen, wie früher beim Aktionstag der Jugendfeuerwehr, bei dem ein fiktiver Feuerwehralltag nachgespielt wurde, hat die Corona-Krise gestoppt. „Wir wollten eine gemeinschaftliche Fahrradtour in den Volkspark mit Teamspielen unternehmen.“

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Obwohl Kinder und Jugendliche der Hechtsheimer Feuerwehr nicht zu den regelmäßigen Treffen kommen dürfen: Sie können auf ihre Betreuer zählen. Solange die Aktivitäten ruhen wollen Bues und ihr Team den Kids mit weiteren Ideen die Abwechslung und ansatzweise den Alltag, den sie so vermissen, wiedergeben. „Wir bereiten einiges vor, beispielsweise Aufgaben, die sie zu Hause am PC erledigen können.“

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