Jens Klaassen, Leiter der Musikschule der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, beim Online-Unterricht. Foto: privat

NIEDER-OLM. „Für Marlene…Slam… Wie gefällt Dir das Stück, Marlene? Liebe Grüße, Jens Klaassen“ Das Zwei-Minutenvideo, das der Leiter der Musikschule in Nieder-Olm geradesendet, ist nur einer der Wege, über die er mit seinen Schülerinnen und Schülern kommuniziert. In der Corona-Krise musste auch die Einrichtung der Verbandsgemeinde (VG) Nieder-Olm schließen. „Wir sind aber schnell in die Puschen gekommen“, erzählt Klaassen. Fast zeitgleich mit dem gesellschaftlichen Lock-down informierte die Musikschule über das VG-Nachrichtenblatt und ihre Homepage, dass sie den Kontakt zu den Schülern unbedingt halten will. Mittlerweile sind die Online-Medien zum Mittel der ersten Wahl geworden.

Je nach dem über welche Möglichkeiten die Lehrer und die Schüler zu Hause verfügen, setzen sie gemeinsam den Unterricht fort. Der Austausch, auf den es beim Lernen ankommt, wird während der Kontaktsperre fortgesetzt. Es sei wichtig, die Fortschritte zu sehen und die Fehler bei Bedarf zu korrigieren, berichtet Klaassen. „Wie erleben zudem, wie sehr sich die Schüler freuen, ihre Lehrer zu sehen.“

Die Erfahrung zeige, dass nicht alle Übertragungswege gleich seien, so der Musikpädagoge. Das Skypen erlaubt zwar die direkte Kommunikation. „Allerdings überträgt das Programm die bewegten Bilder und den Ton zeitversetzt.“ Auch die Klangqualität sei nicht die perfekteste. „Ich persönlich bevorzuge daher Videoaufnahmen“, sagt Klaassen. Er nimmt die Filme auf seinem Smartphone auf und verschickt sie. So kann beispielsweise Marlene das Zweiminutenvideo immer wieder ansehen. Die Möglichkeit der Stoffarchivierung sei wie eine Entdeckung, die das Schulportfolio in der Post-Corona-Zeit gewiss erweitern werde, bedenkt der Schulleiter. Zumal die gute Tonqualität der Videos geeignet sei, die Misstöne oder Fehler besser wahrzunehmen und sie zu korrigieren. Diesen und andere Vorzüge habe er genauso gut wie die Leiter anderer Musikschulen, mit denen er im Kontakt ist, als die Potenziale des Online-Unterrichts erkannt. Vielleicht werde man nicht mehr zu gemeinsamen Besprechungen durch halb Rheinland-Pfalz fahren müssen. „Sondern sie wie jetzt als Video-Konferenzen abhalten. Das wird auch die Umwelt schonen.“

Doch wie funktioniert der Online-Unterricht? „Anfangs besprechen wir Grundsätzliches und klären alle offenen Fragen. Danach arbeiten wir den musikalischen Stoff Punkt für Punkt ab.“ Natürlich musste die Schule hierfür die datenschutzrechtlichen Vorgaben im Vorfeld klären. „Das ist bereits geschehen.“

Ihre Schüler bei Laune hält die VG-Musikschule zudem über ihre Homepage. Es gibt dort aktuell Buchtipps, einen Link zum Film „Adagio in Accra“ und die Verweise zum WDR-Konzert mit der Maus mit Werken von Beethoven. Ein weiterer Link führt zum spannenden Beethoven-Onlinespiel. Sehr motivierend wirkten sich spontane Wettbewerbe aus, sagt Klaassen. Wer macht den coolsten Rap, hieß der eine. Für den anderen sollten Familien gemeinsam bei einem Wohnzimmerkonzert musizieren. „Die Preise waren Eisgutscheine, um die lokalen Betriebe zu unterstützen.“ Und wenn der Spuk vorbei ist? Dann könnte sich Klaassen ein Nach-Corona-Konzert vorstellen.

Teilen