Ortsvorsteherin Anette Odenweller dankt den freiwilligen Helfern und den Unterstützern. Archivfoto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM. Die Lokale befragte die Ebersheimer Ortsvorsteherin Anette Odenweller zur Ausnahmesituation in Ebersheim.

Lokale: Frau Odenweller, wie geht es Ebersheim in der Zeit der Krise und der Reduktion persönlicher Kontakte?

Verwaist ist derzeit der Spielplatz vor der Ebersheimer Ortsverwaltung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Anette Odenweller: Die meisten Ebersheimer gehen ruhig und besonnen mit der Situation um, vor allem halten sie sich an die Beschränkungen. Natürlich gibt es auch einige unvernünftige Ebersheimer, die den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben,  dass finde ich mehr als bedauerlich. Genau genommen habe ich kein Verständnis dafür. Schlimm genug, dass die Polizei durch Mainz, auch durch Ebersheim, fahren muss und die Einhaltung der Beschränkungen kontrollieren muss, und dass unser Stadtteilhelfer die Spielplätze immer wieder absperren muss, da die Absperrungen immer wieder zerstört werden. Von Kindern erwarten wir Verständnis und bei allen anderen Gruppen sprechen wir von krassen Reduktionen. Ganz ehrlich, Kinder müssen auf Freunde, Kindergeburtstage, auf ihre Großeltern oder auf Sport und gemeinsames Spielen und andere Sachen verzichten, Großeltern fehlen die Besuche der Enkel, dann sollten auch andere Gruppen so viel Einsicht und Vernunft haben und diese zeigen. Ich bin dankbar für den Einsatz aller Helfer, die ihren Dienst für andere Menschen aufrechthalten, dafür lohnt es sich, sich an die Beschränkungen zuhalten.

Lokale: Sie koordinieren in der gegenwärtigen Krise die Hilfen für die Bürger, welche Angebote haben Ihr Büro bisher erreicht?

Anette Odenweller: Ja, in der Ortsverwaltung koordinieren wir Anfragen und Angebote. Ich denke, in einer Zeit, in der Enkeltrickbetrüger Hochkonjunktur haben, ist dies dringend notwendig. Wir haben alle über 80-Jährigen angeschrieben und ihnen eine Liste der Ebersheimer Gastronomen, Hofläden und Einzelhändler mit Liefer- oder Abholservice beigelegt. Mein Ziel war und ist es, die Bürger, Senioren oder Risikogruppen dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben, sich an die Beschränkungen zu halten und gleichzeitig die Ebersheimer Gewerbetreibenden, für die die Lage ebenfalls schwierig ist, zu unterstützen.

Lokale: Wie geht es Ihnen und wer unterstützt Sie?

Anette Odenweller: Mir geht es gut und ich hoffe, dass dies auch so bleibt. Ich danke besonders meinem Team, Frau Küpper-Gharbi, die alles managt, die die Liste in Form gebracht hat, und die Zustellung durch unseren Stadtteilhelfer Herrn Mahler organisiert hat. Dank der Agenda 21 Ebersheim, die uns ein E-Bike mit Anhänger gestiftet hat, wurde die Zustellung wesentlich einfacher. Das ist auch wieder speziell in Ebersheim: Man hilft sich gegenseitig und rückt in der Not, zu Corona-Zeiten, allerdings mit dem nötigen Abstand, zusammen. Ganz herzlichen Dank für diese tolle Unterstützung!

Lokale: Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den älteren Bürgern?

Anette Odenweller: Es sind positive Rückmeldungen, viele Bürger rufen hier an und bedanken sich, es kommen auch Karten, Emails und so weiter. Anfragen kommen auch aus Nachbargemeinden. Andere Senioren rufen auch einfach mal so an, wenn ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt.

Lokale: Vielen Dank für das Gespräch und bleiben Sie gesund!

Das Interview führte Gregor Starosczyk-Gerlach

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.