Manfred Mahle. Foto: privat

FINTHEN – Gaststätten bleiben geschlossen, Vereine lassen ihre Treffen und Angebote ruhen, es herrscht Kontaktverbot in Deutschland, für viele nur schwer zu ertragen. Die Lokale fragt: Haben Sie einen heißen Tipp für Ihre Finther Mitbürger? Wo kann man jetzt überhaupt noch hingehen im Ort? Wie vertreiben Sie sich Ihre freie Zeit?

Ortsvorsteher Manfred Mahle: Unterschiedliche Interessen unserer MitbürgerInnen verlangen auch nach Alternativen. Da an Ostern damit zurechnen ist, dass sich viele Menschen draußen aufhalten, rate ich, sich nur in den Randzeiten (morgens oder in den Abendstunden) nach draußen zu begeben. Bewegung ist wichtig: Radfahren. Ich empfehle, gemeinsam an Ostern etwas zu kochen, das Essen auszudehnen mit Gesprächen über künftige Urlaubsziele, alte Urlaubsfotos anzuschauen oder gemeinsam mit der Familie etwas zu spielen (Stadt, Land, Fluss). Jedes Familienmitglied ruft eine ältere oder allein lebende an und wünscht Frohe Ostern. Man kann auch gemeinsam auf Youtube an einem Gottesdienst teilnehmen.

Irina Wittmer. Foto: Helene Braun

Schriftstellerin Irina Wittmer: Also zum Glück habe eine gute Freundin. Die hat mir mal zum Geburtstag einen Schrittzähler geschenkt. Seit den Quarantänemaßnahmen wegen des Corona-Virus` wird er täglich aus der Schublade geholt. Mein Mann Volker und ich haben uns nämlich vorgenommen, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Auf diese Weise vermessen wir jetzt die Finther Gemarkung. Wir laufen vom Eiskeller zu den sieben Seen, zum höchsten Punkt, von wo aus man den Rhein sieht.“ Schritte: Vom Eiskeller zum Waldrand sind es 1982, vom Waldrand zur Bank an den sieben Seen 2599, dann durch den Wald den Berg hoch 4113, von dort aus Blick bis nach Wiesbaden, per Fernglas ist die russische Kirche zu sehen. Bis zum Reitstall dann zurück ist man bei 6971 Schritten, bei Fontana Finthen 8663, wieder zu Hause 9254 Schritte. Fazit: das Ziel 10 000 nicht ganz geschafft.

Werner Schmitt. Foto: privat

Werner Schmitt, Vorsitzender „Wanderlust“: Meine Empfehlung für alle Finther wäre: Schützt euch alle selbst und auch eure Mitmenschen in diesen Zeiten und befolgt die Vorgaben der Regierung und der Wissenschaftler. Für die Freizeit würde ich empfehlen, Spaziergänge in der weitläufigen Finther Gemarkung zumachen, natürlich wenn erforderlich auch mit Masken, ansonsten den Keller und die Garage aufräumen, die Ecken in der Wohnung ausmisten und den Frauen beim Osterputz helfen oder im Garten arbeiten.

Agnes Wintrich. Foto: privat

Agnes Wintrich, HGV: Durch meine Vorstandsarbeit im Heimat- und Geschichtsverein Finthen e.V. stehe ich normalerweise mit vielen Personen in eher losen Kontakt, jetzt habe ich die Zeit diese Kontakte zu intensivieren. Die Telefonate dauern länger und beschäftigen sich vor allem mit dem Thema „Wie kommen wir gut durch die Krise?“ Nach diesen Telefonaten fühle ich eine verstärkte Verbundenheit zu meinen Gesprächspartnern und dieses Gefühl wird mir auch gespiegelt. Wenn wir uns dann zufällig bei unseren Spaziergängen in den blühenden Finther Obstfeldern treffen, winken wir uns mit gebührendem Abstand fast schon verschwörerisch zu, haben wir uns doch zuvor telefonisch einen Blick in unser Seelenleben gewährt

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.