Hans-Peter Weindorf ist Pfarrer in der katholischen Pfarrgemeinde St. Stephan. Archivfoto: Elke Fauck

GONSENHEIM – In diesen schwierigen Zeiten suchen viele Menschen Kraft im Glauben. Wir sprachen mit Hans-Peter Weindorf, Pfarrer in St. Stephan, wie er die Coronakrise erlebt und wie er damit umgeht.

Herr Pfarrer Weindorf, wie erleben Sie die Corona-Krise persönlich?

HANS-PETER WEINDORF: Ich empfinde die gleiche Unsicherheit und Angst wie die meisten anderen Menschen. Die verordnete Ruhe auf den Straßen und Plätzen ist gespentisch. Große Sorge machen mir vor allem die älteren und kranken Menschen, die auf soziale Kontakte angewiesen sind und ihre Angehörigen zurzeit nur sehr eingeschränkt sehen dürfen.

Wem zollen Sie in diesen Zeiten ganz besondere Anerkennung?

HANS-PETER WEINDORF: Alle medizinischen und sozialen Fachkräfte, die oft bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gefordert sind, verdienen großen Respekt, Anerkennung und Wertschätzung. Aber auch die Frauen und Männer und jungen Menschen, die sich in diesen Tagen den wachsamen Blick für ihre Nachbarn und für Hilfsbedürftige bewahrt haben und ihnen zur Seite stehen, sind für mich wie ein Licht in der Dunkelheit.

Was wünschen Sie sich für die Gesellschaft für die Zeit nach der Krise?

HANS-PETER WEINDORF: Ich wünsche uns allen, dass unsere Gesellschaft die angeführten Zeichen der Solidarität, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit über die Coronakrise hinaus bewahrt. Wenn sozusagen alles überstanden ist, wird sich zeigen, wie weit und groß unsere Opferbereitschaft sein wird, die besonders die Ärmsten der Armen in den Blick nehmen wird. Der Staat allein kann dies nicht schultern. Wir werden quasi bei Null neu starten. Dann ist jeder einzelne gefordert.

Teilen
Vorheriger Artikel„Hinzu kommen Existenzängste“
Nächster ArtikelGruppe Jugendlicher fiel auf
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“