Das neue Spvgg-Präsidium (von links): Olaf Allgeyer (Jugendleiter), Johannes Schön (Finanzen), Marcel Veek (Vizepräsident), Anrold Pieper (Präsident), Siegfried Weinel (Geschäftsführer), Rolf Mayer (Teammanager), Sören Messwarb (Marketing). Foto: Julius Haas

INGELHEIM – Das neue Präsidium der SpVgg Ingelheim wurde am 4. März gewählt. Dann schlug die Coronakrise mit aller Macht zu, am Wochenende darauf war der bisher letzte Spieltag. Im Blumengarten ist es also zwangsweise ruhig geworden. Wie alle Vereine hat auch die SpVgg den Spiel- und Trainingsbetrieb vollständig eingestellt. Die Kontaktbeschränkungen stellen für den neugewählten Vorstand eine besondere Herausforderung dar. 

Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten werden die anstehenden Themen nun in regelmäßigen Videokonferenzen behandelt. Auch wenn immer noch unklar ist, wann der Ball wieder rollen kann, gilt es, diese Zeit vorzubereiten. Gespräche mit Trainern und Spielern – ebenfalls per Telefon und Video – müssen geführt werden, die Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Vereins müssen laufend beobachtet werden. 

Der Kontakt zu Sponsoren, dem Verband und der Stadt dürfen nicht abreißen. Das klappt im Moment ganz gut, nicht zuletzt, weil im Verein die Kontakte mit und zwischen Trainern und Spielern gepflegt werden.

So ist die Stimmung bei den Aktiven durchaus noch gut. Mit vielen Ideen wird das gefördert und unterstützt. So haben die Trainer der Ersten Mannschaft virtuelle Teams von jeweils vier Spielern gebildet, die regelmäßig sogenannte „Challenges“ erfüllen müssen, die ausgewertet werden. Am Ende wird dann ein Siegerteam gekürt. Diese Aufgaben reichen von Läufen über das „Hochhalten“ von Klopapierrollen (statt Fußbällen) bis hin zu Denksportaufgaben mit Bezug zum Fußball. 

Auch die Jugendfussballabteilung mit ihren knapp 300 Aktiven versucht, die fußballfreie Zeit bestmöglich zu überbrücken. Hier wird überwiegend die neue Spielzeit sowie im zukünftigen Trainer- als auch Spielerbereich geplant. Ganz wichtig dabei ist, den Kontakt zu den Jugendspielern der SpVgg aufrecht zu erhalten. Um die Zwangspause zu überstehen, hat die Jugendabteilung der SpVgg Ingelheim auf dem neu gegründeten Instagram-Account (@spvggingelheim_nachwuchs) eine Challenge unter dem Hashtag „ingelumdahoam“ ins Leben gerufen, damit die Jungs weiterhin am Ball bleiben. Unter den Teilnehmer wurden Trainingssets verlost. 

Trotz allem können die Trainer und Mannschaften es kaum noch abwarten, bis der Startschuss für die ersten Trainingseinheiten beziehungsweise Spiele fällt. Die finanziellen Aussichten für den Verein hängen derweil stark davon ab, wie lange die Kontaktsperren aufrecht erhalten bleiben und damit die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Es sind vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen wie Gaststätten und Handwerksbetriebe betroffen. Und genau diese helfen dem Verein sehr. Deren Krise kann also leicht auch zu einer Krise für den Verein werden, macht der Vorstand deutlich. 

Außerdem fällt bis auf weiteres auch die Möglichkeit aus, durch Veranstaltungen Einnahmen zu generieren. Was passiert, wenn auch über die Sommermonate hinaus der Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen werden kann, lässt sich noch gar nicht abschätzen. 

Der Verband will die Wiederaufnahme des Spielbetriebes mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen ankündigen. Das sollte uns genügend Vorbereitungszeit geben. Deutlich macht der Vorstand aber auch, dass die Menschen vielfach andere, existenzielle Sorgen haben und kaum an Fußball denken. Und die gehen vor. Alle Menschen, die in Kranken- und Pflegeeinrichtungen arbeiten und sich für andere aufopfern, verdienen daher auch höchst Wertschätzung und Unterstützung, bekräftigt der Vorstand, der hofft, dass möglichst bald wieder der Ball rollt.

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