Karl-Heinz Kues hält das Schild in den Händen, das hoffentlich bald offiziell angeschraubt werden kann. Foto: Ralph Keim

KASTEL – Im Museum Castellum der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel (GHK) in der Reduitist ein Raum nach Christel Brandbeck benannt. Eigentlich hätte es dazu einen kleinen Festakt geben sollen. Doch dann verschärfe sich die Coronakrise, sodass dieser Termin wie viele andere auch abgesagt werden musste.

Dieses Zimmer im Museum Castellum heißt jetzt (erst einmal inoffiziell) Christel-Brandbeck-Raum. Foto: Ralph Keim

Und so musste GHK-Vorsitzender Karl-Heinz Kues das Schild alleine in die Kamera halten.Benannt ist der Raum nach einem der erfolgreichsten Leistungs- und Breitensportler der Region: Der im Dezember vergangenen Jahres mit 84 Jahren verstorbene Kanute Christel Brandbeck heimste während der vielen Jahre seiner aktiven Mitgliedschaft bei der Kasteler Ruder- und Kanugesellschaft (KRKG) so viele Titel ein, dass man sie unmöglich alle aufzählen könnte. Dazuzählen auch Weltmeisterschaften.

Bereits seit zehn Jahren dokumentiert die GHK im Museum Castellum mit einer Sondervitrine das Leben und die unglaublichen Erfolge des Kastelers. Daneben steht eine Schaufensterpuppe,die ein Originaltrikot von Brandbeck trägt. Das Zimmer, in dem die Vitrine steht, trägt jetzt (inoffiziell) seinen Namen trägt. „Wenn die Coronakrise hoffentlich bald einmal vorbei ist,werden wir die Feierstunde selbstverständlich nachholen“, bekräftigt Vorsitzender Kues. Das Museum Castellum ist inzwischen ebenfalls bis aufs weitere geschlossen.

Brandbecks sportliche Karriere begann übrigens nicht auf dem Wasser, sondern auf dem Fußballplatz. Als Fußballer bei der Kasteler Fußballvereinigung schaffte es der Kasteler Bub Mitte der 50er Jahre bis in die B-Jugend. Eines Tages machte ihn ein Mitspieler auf die KRKG aufmerksam. Brandbeck absolvierte ein Schnuppertraining bei den Kanuten und hängte danach die Fußballschuhe an den Nagel.

Eine Sondervitrine dokumentiert die unglaublichen Erfolge von Christel Brandbeck. Foto: Ralph Keim

Mit diesen wäre er mit Sicherheit kein Weltmeister worden. Als Kanute (Zwei- und Einer-Kandier)dann schon: 1996 in Vaxholm (Schweden) in und 1998 in Kapstadt (Südafrika). Außerdem nahm Brandbeck an den Olympischen Spielen 1964 in Tokio teil. Seinen Einer-Kanadier taufe er auf den Namen „Castellum“. Das Boot hat er längst dem Museum Castellum übereignet. 2003 absolvierte Christel Brandbeck seinen letzten Wettkampf. Knapp ein halbes Jahrhundert vorher hatte der Kasteler seinen ersten von unzähligen Siegen eingefahren.

Im Museum Castellum hofft man inzwischen, dass die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bald gelockert werden, sodass das beliebte Museum auch wieder geöffnet werden kann. Am 13. April sollte die Sonderausstellung „180 Jahre Taunusbahn in Kastel“eröffnet werden. Die Eröffnung muss auf alle Fälle verschoben werden. Ebenfalls in diesem Jahr steht „40 Jahre GHK“ an. „Das wollen wir im September im Rahmen unseres Hoffestes feiern“,hofft Karl-Heinz Kues, dass sich die Lage bis dahin wieder halbwegs normalisiert hat.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“