Die Lerchenberger Ortsvorsteherin Sissi Westrich. Foto: Archiv

Frau Ortsvorsteherin, wie erleben Sie die Coronakrise?

SISSI WESTRICH: Persönlich lebe ich bis auf engsten Bezugspersonenabgeschieden, da ich erst an Influenza erkrankt war und jetzt mit meinem Sprunggelenksbruch und seinen Folgen kämpfe. Die Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona haben einerseits dazu geführt, dass unsere jüngste Tochter von ihrem Studienort in NRW vorübergehend zu uns gezogen ist, aber auch, dass wir mit den anderen beiden Kindern, meinem Bruder und meinen Eltern derzeit nur telefonischen Kontakt haben. In der Nachbarschaf treffen wir uns abends um 17.45 Uhr zum Singen über Gartenzäune hinweg. Das ist wunderschön, um ein Gefühl von Gemeinschaf zu haben.

Wem zollen Sie in diesen Zeiten ausdrücklich Anerkennung?

SISSI WESTRICH: Wer einmal richtig krank war, wird allen im Gesundheitssystem schon immer seine hohe Anerkennung geschenkt haben. Es ist spätestens dann deutlich, wie wir auf den enormen Einsatz dieser Menschen angewiesen sind. Aber auch bei Streiks wurde bisher jedem klar, wie wichtig diejenigen sind, die Müll beseitigen, den ÖPNV ermöglichen oder in der Betreuung tätig sind. Jetzt wird spätestens aber auch deutlich, dass alle in Produktion und Verkauf Gewaltiges leisten müssen, damit unsere Grundlagen des täglichen Lebens sichergestellt sind. Meine besondere Anerkennung zolle ich darüber hinaus den vielen Ehrenamtlichen, besonders denen der Einkaufshilfe Lerchenberg, die ihre Kraft für andere einsetzen.

Was wünschen Sie sich für die Zeit nach der Krise?

SISSI WESTRICH: Ich wünsche mir, dass die Anerkennungskultur, die sich jetzt deutlich verbreitet, bleibt, dass das Zusammenrücken von Familie und Nachbarschafen bleibt, die Flexibilität vieler Arbeitgeber, das Wertschätzen von Bundes- und Landespolitik, die nicht nur in Krisenzeiten bis zum Anschlag arbeiten. Und dass der Blick bleibt auf das, was wirklich wichtig ist und hilf.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“