Auch Gonsenheims Ortsvorsteherin Sabine Flegel betrifft die Coronakrise. Foto: Archiv

GONSENHEIM – Die Coronakrise betrifft jeden einzelnen Bürger, so auch Ortsvorsteherin Sabine Flegel, die den derzeitigen Alltag unter anderem als entschleunigt und leise erlebt. „Diese Zeit fühlt sich so irreal an. Man hat das Gefühl, dass alles, was wir in den letzten Wochen erlebt haben, ein schlechter Traum ist“, beschreibt sie ihre Empfindungen. „Man meint, es ist ein schlechter Film, in dem wir alle die Darsteller sind.“Die tägliche Flut an Informationen zum Coronavirus auf allen unterschiedlichen Kanälen verbreite eine kollektive Betroffenheit und Fassungslosigkeit. „Mir kommen die Tränen, wenn ichdie schrecklichen Bilder nicht nur aus dem lebensfrohen Italien sehe. Sie treffen mich tief ins Mark. Die Vorstellung, eine große Welle an Infizierten soll Deutschland erreichen, ist für mich nur schwer vorstellbar.“

Sie selbst versuche, einen Teil dazu beizutragen, zu regeln, zu ordnen, zu improvisieren und schnelle unbürokratische Entscheidungen zu treffen. „Viele Anrufe und Mails erreichen mich täglich. Sei es Fragen zu organisatorischen Dingen, Hilfe für Senioren oder den ortsansässigen Unternehmen beistehen, die um ihre Existenz bangen.“ Noch nie habe sie ihr Amt als Ortsvorsteherin als so wichtig wie in dieser Krisenzeit, in der sie sich als erste Ansprechpartnerin vor Ort sieht, um individuelle Hilfe vor Ort zu leisten, unterstreicht die CDU-Politikerin.

Dabei denke sie oft an die wahren Helden in dieser schweren Zeit, die teils kaum Zeit für eine Verschnaufpause haben, sei es die vielen Menschen im medizinischen Bereich, die Mitarbeiter im Einzelhandel, der Logistik und Transportwesen. „Es wird von diesen wahren Helden alles Menschenmögliche dran gesetzt, dass es uns an nichts fehlt. Aber auch die Nachbarschaftshilfe berührt mich.“ Eine neue Solidarität sei zu spüren, ein Miteinander statt, wie in den letzten Wochen, eine Spaltung der Gesellschaft.

„Es beruhigt mich, dass die Bundesregierung einen tollen Job macht und spontan so große Hilfspakete schnürt.“ Aktuell wünscht sich Ortsvorsteherin Flegel, dass die nächsten Wochen in allen Haushalten friedlich verlaufen, dass kein Unfrieden oder gar Gewalt entsteht, weil man sich auf engstem Raum auf die Nerven geht. „Und ich wünsche mir, dass all die Menschen, die gegenwärtig weitestgehend in Isolation leben, nicht an der Einsamkeit zerbrechen.“

Auch hofft sie, dass die derzeitige Solidarität, Verantwortung und Nächstenliebe von Dauer ist. „Ich wünsche mir, dass wir demütiger und dankbarer werden und vielleicht auch einmal inne halten. Denn schnell werden wir feststellen, dass unserer Leben vor der Krise hinterfragt werden muss. Und natürlich hoffe ich, dass der ganze Spuk bald sein Ende findet.“

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“