Beim Jahreskonzert im vergangenen Jahr war auch für die „Cäcilia“ die Welt noch in Ordnung. Wenige Monate später kam die Coronakrise. Archivfoto: Elke Fauck

GONSENHEIM – Die Coronakrise bestimmt derzeit praktisch das komplette Lebeneines jeden einzelnen. Nur eine von vielen Folgen: Das Vereinsleben ist ebenfalls praktisch komplett zum Erliegen gekommen. So auch beim MGV „Cäcilia“. Den Gonsenheimer Traditionschor trifft es allerdings besonders bitter, denn normalerweise stünden in diesem Jahr die Aktivitäten zum 175-jährigen Bestehen an.

„Unser Verein wurde durch die aktuellen Bedürfnisse zum Schutz gerade älterer Sängerinnen und Sänger stark betroffen“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Dörr. „Einerseits haben wir in unseren Chören viele Aktive, die zu den aktuellen Risikogruppen gezählt werden müssen. Dies sind einige Aktive im fortgeschrittenen Alter.“ Im MGV-Chor „The Next Generation“ gebe es eine große Anzahl von Aktiven, die nicht in Gonsenheim wohnen, sondern wegen des guten qualitätiven Gesangs und der sehr positiven Chorgemeinschaft zum Teil über einige Kilometer jeweils zu den Chorproben nach Gonsenheim kommen. „Auch sind unsere noch im aktiven Arbeitsleben befindlichen Aktiven in einer Vielzahl von Unternehmen mit zum Teil internationalen Kontakten beschäftigt“, so Ulrich Dörr weiter.

„Daher haben wir entschieden, zum Schutze unserer Mitglieder bis nach Pfingsten alle Veranstaltungen und Chorproben abzusagen beziehungsweise auszusetzen.“ Dies tue besonders weh, da die „Cäcilia“ im April und Mai das 175-jährige Jubiläum begehen wollte. Betroffen von den Absagen ist auch für Pfingstmontag angesetzte traditionelle Kinder- und Sänger-Waldfest. „Aber Sicherheit und Gesundheit gehen nun einmal vor“, unterstreicht der Stellvertretende Vorsitzende.

Die Stimmung bei den Aktiven sei einerseits geprägt von Trauer über die ausfallenden Jubiläumsaktivitäten und andererseits von hoher Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen, um die Sangeskollegen und deren Familien bestmöglich zu schützen. „Wir haben in Gonsenheim ein sehr gut funktionierendes Vereinsleben mit vielerlei positiven Kontakten zwischen den Vereinen, Veranstaltungsorten wie der Turngesellschaft mit der TGS-Halle oder der Turngemeinde mit der TGM-Halle“, bekräftigt Dörr. „Ebenso pflegen wir enge und positive Kontakte zu vielen anderen Gonsenheimer Künstlern und Kulturschaffenden. Daher halten sich die finanziellen Belastungen aus den Absagen in Grenzen und lösen keine Gefährdungen für unseren Verein aus.“

Bei einer Lockerung der aktuellen allgemeinen Schutzmaßnahmen werde der Vorstand zuerst klären, welche Maßnahmen speziell zum Schutz der aktiven Mitglieder notwendig sind, um dann zu einem akzeptablen Zeitpunkt wieder die Chorproben und andere Treffen wie auch Vorstandssitzungen wieder aufnehmen zu können. „Danach werden wir im Detail klären, ob und wie wir im Herbst Alternativen zu den ausgefallenen Jubiläumsveranstaltungen durchführen können.“

Ulrich Dörr dank in diesem Zusammenhang ausdrücklich allen, die an der Entscheidungsfindung mit ihrem Fachverstand und Rat mitgewirkt haben, außerdem den Helfern und Organisatoren der Veranstaltungen für ihr Verständnis, dass die harten Maßnahmen zum Schutz der Vereinsmitglieder notwendig waren. „Insbesondere gilt der Dank auch Jochen Mayer, dem Vereinsringsvorsitzenden, und Ortsvorsteherin Sabine Flegen für die sehr konstruktive Zusammenarbeit und der Turngesellschaft sowie den geplanetn Aktven unseres ausgefallenen Gonsenheimer Abends für ihre Kooperation und ihr Verständnis.“

Irgendwann wird auch die Coronakrise überwunden sein. Und dann? „Ich wünsche mir für unsere Gesellschaft, dass wir aus der Krise lernen, füreinander da zu sein, auch wenn dies heißt, soziale Kontakte zu Reduzieren und temporär Abstand zu halten. Wir haben jetzt die Chance, für uns selbst zu erkennen, daß Gesundheit und Füreinander da sein für uns und unsere Gesellschaft ein sehr hohes Gut sind, das durch Geld nicht aufzuwiegen ist.“ 

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“