Mombachs Ortsvorsteher Christian Kanka. Foto: Ralph Keim

Herr Ortsvorsteher, wie erleben Sie die Corona-Krise persönlich?

CHRISTIAN KANKA: Es ist eine Situation, wie ich sie bisher noch nie erlebt habe. Innerhalb weniger Tage wurde der Alltag komplett umgekrempelt. Unsere Freiheiten wurden sehr stark eingeschränkt. Ich denke, wir können froh sein, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem wir trotz der massiven Einschränkungen über die digitalen Medien mit unserer Familie und Freunden in Kontakt bleiben können. Faszinierend finde ich, wie schnell sich in meinem Stadtteil Mombach Personen zusammengefunden haben, die sehr engagiert das Netzwerk „Mombach hilft“ aufgebaut haben und nun gemeinsam mit vielen weiteren Helferinnen und Helfern ihre ehrenamtliche Unterstützung für hilfsbedürftige Personen anbieten, zum Beispiel als Einkaufshilfe. Gerade in der jetzigen sehr ernsten und angespannten Situation ist so ein Engagement und Zusammenhalt sehr wichtig – dies sollten wir nie vergessen und dafür dankbar sein.  

Wem zollen Sie in diesen Zeiten ganz besondere Anerkennung?

CHRISTIAN KANKA: Anerkennung zolle ich in diesen Zeiten allen, die diese Situation ernst nehmen und zusammenhalten – besonders aber denjenigen, die in der Medizin und Pflege, in der Versorgung und in anderen für das Gemeinwohl wichtigen Bereichen unermüdlich für uns im Einsatz sind und somit unser Leben am Laufen halten. Anerkennung zolle ich auch allen Politikern und Verantwortlichen, die in dieser Krisensituation für unser aller Leben sehr wichtige Entscheidungen treffen müssen, verbunden mit einer Vielzahl von teilweise nicht absehbarer Konsequenzen. Dies alles verdient nicht nur besondere Anerkennung, sondern auch großen Respekt und Dankbarkeit. Nicht zu vergessen sind aber auch die vielen Unternehmer, die unter der Krise leiden und nicht wissen wie es für Sie selbst und ihre Mitarbeiter weitergeht.    

Was wünschen Sie sich für die Gesellschaft für die Zeit nach der Krise?

CHRISTIAN KANKA: Für die Gesellschaft, für uns alle, wünsche ich mir für die Zeit nach der Krise, dass wir aus der jetzigen Zeit das Bewusstsein mitnehmen, wie wichtig unsere Verfassung und insbesondere die damit verbundenen Freiheiten und der Frieden für uns alle ist und dass diese elementaren Dinge der Gesellschaft keine Selbstverständlichkeiten sind. Durch die starken Einschränkungen, die wir in der jetzigen Krise hinnehmen müssen, kann ich noch besser nachvollziehen, warum die ältere Generation, die bereits einen Krieg hautnah miterlebt hat, unsere Freiheiten und den Frieden so sehr wertschätzt. Diese Wertschätzung und Dankbarkeit der älteren Generation habe ich bisher oft bei den Geburtstagsbesuchen erleben dürfen. Davon muss sich unsere jüngere Generation eine Scheibe abschneiden, damit wir auch zukünftig den Frieden und damit auch unsere Freiheiten aufrechterhalten und leben können. Und selbstverständlich wünsche ich mir, dass wir eine Krise wie diese nicht mehr erleben müssen, daraus lernen und gestärkt in die Zeit danach gehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“