Der Glaube spendet jetzt in der Krise vielen Kraft. Joerg Trampert / pixelio.de

Frau Pfarrerin Sydow, wie erleben Sie die Corona-Krise persönlich?

DAGMAR SYDOW: Mir fehlt vor allem die leibhaftige Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen: der Gottesdienst in unserer Kirche. Persönliche Kontakte, bei denen man sich nahe sein kann z.B. mit einer Umarmung fehlen mir auch. Ich blicke aber mit freudigem Erstaunen auf die vielen Hilfsangebote, die uns aus der Gemeinde erreichen, und auch auf die phantasievollen Ideen, wie wir trotz allem unsere Gemeinschaft pflegen und erleben können, zum Beispiel zu bestimmten Uhrzeiten gemeinsam ein Vater unser sprechen, an digitalen Gottesdiensten teilzunehmen und so weiter.

Wem zollen Sie in diesen Zeiten ganz besondere Anerkennung?

DAGMAR SYDOW: Das sind alle Menschen, die sich nicht entmutigen lassen und weiterhin rücksichtsvoll und achtsam mit anderen und ihren Ängsten umgehen. Ebenso den Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas und den Lehrern und Lehrerinnen an den Schulen, die trotz der Schließung den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und deren Eltern nicht abbrechen lassen und alles ihnen Mögliche tun, die Situation für alle möglichst erträglich zu machen. Und natürlich dem medizinischen Personal, das trotz aller Ansteckungsgefahr für sich persönlich ihren Dienst verrichtet.

Was wünschen Sie sich für die Gesellschaft für die Zeit nach der Krise?

DAGMAR SYDOW: Dass wir alle weiterhin rücksichtsvoll und achtsam miteinander umgehen und wir darauf vertrauen, dass wir selbst Lösungen miteinander finden können, auch in schwierigen Zeiten für Probleme, die für das Engagement des Einzelnen zu groß erscheinen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“