Szene aus der letztjährigen Premiere. Foto: Bettina Sieck

FINTHEN – Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Fragen nach unserem Ursprung und Ende, nach dem Anfang, Werden und Vergehen der Welt sind so alt wie die Menschheit. Um solche und andere Fragen zu echten oder vermeintlichen Widersprüchen zwischen biblischer und naturwissenschaftlicher Sicht auf die Welt geht es in der Szenischen Lesung „Die Schöpfung, ein genialer Plan?“ Die ökumenisch zusammengesetzte Finther Theatergruppe Kirchspiel-Camerata widmet sich spielerisch dieser Thematik am Freitag, 27. März, um 20 Uhr im Agnes-Pfeifer-Saal der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Der Beginn der Schöpfungsgeschichte scheint dem modernen aufgeklärten Menschen mit fortschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr zumutbar. Es sei denn, hier würde keine physikalische, sondern eine ganz andere Wirklichkeit beschrieben. Und könnte es sein, dass Glaube und Wissenschaft gar keine Gegensätze, sondern nur zwei Seiten ein und derselben Medaille bei der ewigen Wahrheitssuche sind?

Der Text basiert auf einer Arbeit von Christoph Storkebaum, die bezeichnenderweise kein Fragezeichen im Titel hat und sich laut Untertitel an alle richtet, „die glauben und zweifeln“. Für die Bühnenfassung – mit Fragezeichen im Titel – ist Lutz Dreyer verantwortlich, der auch für die Live-Musik am Klavier sorgen wird. Wenngleich zu Beginn von einer Pfarrerin die Rede ist und im Prinzip alle Fragestellungen von einer Konfirmandin ausgehen, wird klar, dass die Handlung im evangelischen Milieu angesiedelt ist. Aber schon nach wenigen Sätzen wird deutlich, dass die Streitgespräche, die hier in einer bürgerlich-protestantischen Durchschnittsfamilie geführt werden, ebenso gut wortgleich in jedem katholischen Pendant dazu stattfinden könnten. Die Kirchspiel-Camerata hat sich als Theatergruppe im Zusammenhang der Festlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation gebildet. Sie steht unter der Leitung von Prof. Lutz Dreyer und ist inzwischen fest als Gruppe mit ökumenischer Besetzung in die evangelische Kirchengemeinde integriert. Mit Mitteln der Darstellenden Kunst will sie sich am Verkündigungsauftrag der Kirche beteiligen, ohne dabei die Heiterkeit des Spiels zu vergessen.

Interessenten sind – unabhängig von Konfession und Alter – herzlich eingeladen, dabei mitzuwirken.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.