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Die eigentliche Frage

Hatten Sie heute auch schon Angst vor dem Coronavirus oder dem Klimawandel? Nein? Oder vor der Flüchtlings- oder der Wirtschaftskrise? Nein? Es könnte auch ein sonstiger Auslöser sein, der unsere Weltsicht trübt. Angstgetrieben verlieren wir den Handlungsspielraum.

Das Schlusswort einer aktuellen ZDF-Dokumentation lautet: „Eines Tages wird es vorbei sein und dann werden wir uns die Frage stellen müssen, was verantwortlich ist für mehr Schäden, Tote und Not – das Virus oder die Angst.“ Denn heutzutage ist die Angst schnell größer als das eigentliche Thema. Einen Hauptteil der Verantwortung hierfür sehe ich bei den Medien, die um eine möglichst hohe Reichweite kämpfen, um ihre Werbeplätze zu vermarkten. Befeuert und verstärkt werden diese durch Algorithmen in Suchmaschinen optimiert und den Sozialen Medienausgeliefert. Nach tatsächlich nutzwertigen Informationen muss man lange suchen. Das hat nichts mehr zu tun mit handwerklich gut gemachtem und neutralem Journalismus, den wir dringend bräuchten.

Doch gibt es auch die zweite Partei, die mitverantwortlich ist. In Zeiten, in denen Bürger und Leser immer weniger bereit sind für qualitativ gute, fundiert recherchierte journalistische Inhalte zu bezahlen, verwundert es nicht, dass die öffentliche Meinung zunehmend durch kostenlose und Interessengesteuerte, schlecht gemachte Medieninhalte dominiert wird.

Es gibt viele Debatten, die das Coronavirus anstoßen wird. Eine davon sollte die vierte Gewalt des Staates betreffen: die öffentlichen Medien.

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Redaktion
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