Dr. Gerhard Breuel erklärt das Elektroauto und die dazugehörige App am Standort Paulusgemeinde. Foto: Andrea Krenz

NEUSTADT – Dr. Gerhard Breuel von der Bürgerenergiegenossenschaft UrStrom eG steht am kleinen Renault Zoe und gibt geduldig Auskunft. Dabei zeigt er immer wieder auf sein Smartphone, auf dem sich die App befindet, mit der das von der Bürgerinitiative 2018 ins Leben gerufene Projekt „UrStromMobil“ funktioniert. Hier finden sich Buchungs- und Tarifbestimmungen, Hinweise zu Standorten und Verfügbarkeiten. Der Zoe ist ein „Stromer“ und gehört zur inzwischen auf sieben Autos angewachsenen elektrischen Carsharing-Flotte der Genossenschaft. Fünf Autos stehen in Mainz zur Verfügung, zwei weitere in Bingen.

Geht es nach dem Wunsch nicht nur der Initiatoren, sollen es noch viel, viel mehr werden. Zur offiziellen Eröffnung des neuen Stellplatzes mit Stromanschluss auf dem Parkplatz der Paulusgemeinde in der Neustadt waren auch Umweltdezernentin Katrin Eder, der Mainzer Klimaschutzmanager Dirk Lorig, Ortsvorsteher Christoph Hand und der evangelische Dekan von Mainz, Andreas Klodt, gekommen. Alle zeigten sich begeistert. „Von 100 Prozent Klimaneutralität sind wir noch weit, weit entfernt. Resignation aber hilft nicht, lassen Sie uns also um Gottes Willen anfangen, etwas zu tun“, betonte Klodt, der sich schon mit dem Stromer zu Terminen außerhalb der Stadt fahren sieht.

Die inzwischen auf 350 Mitglieder gewachsene UrStrom eG hat sich als Bürgerinitiative 2010 mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten und betreibt mittlerweile 15 Photovoltaik-Anlagen, mit der 220 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. Eine weitere Idee war das e-Car-Sharing.

Doch hier gibt es bislang noch ein Problem. Die Stadt stellt dafür keine öffentlichen Flächen zur Verfügung, weshalb man auf die Hilfe von Privatpersonen, Institutionen oder Firmen angewiesen sei. So habe sich der Stellplatz bei der Paulusgemeinde ergeben. Großzügig gab sie von dem gerade in der Neustadt „kostbaren Raum“ des eigenen Parkplatzes ab, um die Strominitiative für ein gesundes Klima zu unterstützen. Laut Eder ersetzt Carsharing pro Auto acht bis 20 Stellplätze. Raum, der gut für Grünbewuchs und damit für ein besseres Klima in der Stadt genutzt werden könnte.

Weitere Informationen gibt es unter www.urstrom.com.

 

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