An der Ruinenkirche St. Christoph fand auch in diesem Jahr die Gedenkstunde statt. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Auch in diesem Jahr erinnerte die Stadt an die verheerenden Bombenangriffe des 27. Februar 1945. Zahlreiche Bürger kamen am 75. Jahrestag zur Ruinenkirche St. Christoph, wo nicht nur Oberbürgermeister Michael Ebling an die für Mainz so bittere Stunde erinnerte.

Auch die beiden Geistlichen Dekan Markus Kölzer und Dekan Andreas Klodt nahmen an der Gedenkstunde mit Kranzniederlegung teil und richteten mahnende Worte an eine Gesellschaft, in der radikales Gedankengut und rechtsradikale Gewalt mehr und mehr zunehmen.

Die mahnenden Worte von OB Ebling galten auch der Gegenwart. Foto: Ralph Keim

Am 27. Februar 1945 kamen bei einem Bombenangriff mehr als 1200 Mainzer ums Leben. OB Ebling unterstrich, dass dieser Bombenangriff – wie alle anderen Bombardements auch – eine Folge des nationalsozialisten Kriegstreibens waren. Mit dem Bombenangriff wurde das damalige Mainz praktisch ausgelöscht. 435 Bomber der britischen Royal Airforce flogen am späten Nachmittag ihren Angriff auf die Stadt. Innerhalb von einer Viertelstunde, zwischen 16.29 und 16.45 Uhr, gingen rund 1500 Tonnen Bomben nieder, die große Teile der Innenstadt und der Neustadt trafen. Heute noch bekannte Kirchen wie St. Joseph und St. Bonifaz wurden zerstört, ebenso das Alice-Krankenhaus.

Dem Bombenabwurf folgte am Boden ein starker Feuersturm, der sich schnell ausbreitete. Alle Bombenangriffe zusammen sorgten dafür, dass die Stadt zu 80 Prozent zerstört wurde. Zwischen 3500 und 3800 Mainzer starben Schätzungen zufolge. Beim Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren wurde die nahe der VHS gelegene Kirche St. Christoph, die ab Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde, ausgespart und als Ruine und somit als Mahnmal erhalten. 2005, zum 60. Jahrestag der Bombardierung, wurde in der Ruinenkirche eine neue Lichtinstallation in Betrieb genommen.

Im Kapellenraum von St. Christoph gab es im Anschluss der Kranzniederlegung einen ökumenischen Friedensgottesdienst. Am Nachmittag erinnerten die Innenstadtkirchen mit ihrem Geläut an den Beginn und die Dauer der Bombardierung.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“