Mann - o - Mann nimmt in dieser Kampagne Abschied. Foto: Helene Braun

FINTHEN –„Wir haben ja von Anfang an gesagt, dass wir mit Einschränkungen leben wollen.“ Für den Präsidenten des Finther Carneval Vereins war es weitaus wichtiger, die Prunkfremdensitzung im neuen Bürgerhaus abzuhalten, auch wenn noch nicht alles perfekt war. Thomas Neger, der mit seinen Humbas gekommen war, kritisierte über die Akustik: „Da müsst ihr aber noch was machen.“

Die Humbas machten rockig Stimmung. Foto: Helene Braun

Mit vielen Leuten hatte der Verein im Vorfeld die provisorische Bühne dekoriert und mit Beleuchtung gearbeitet, um etwas Flair in die nackte Halle zu bringen. Mit viel Geschick und Feingefühl und ebenso viel Temperament leitete Conradi die kurzweilig gestaltete Prunksitzung. „Sie haben die Baustelle mit Leben gefüllt“, sagte Prinz Heinrich beim Besuch des MCC-Prinzenpaares in Finthen. Mit dem Orden des Prinzenpaares wurden Andreas Gladden, Kevin Gladden und Sylvia Weber ausgezeichnet.

Der Finther Gickel nimmt ́s am Wickel. Foto: Helene Braun

Ein Alpenhüttenflair bescheinigte Stefan Frenz im Protokoll dem holzverkleideten Bürgerhaus, als habe jemand das Parkett „an die Fassad` genagelt“. „Es fehlt die Bühn`, kää Soundanlage, noch kää Beleuchtung, die Mauer leidet an Durchfeuchtung . . .“ Fazit: De Gickel meint, der letzte Scheiß, aber viel besser als nochmal in Drais.“ Ein Gutteil der Kritik ging an Finanzdezernent Günter Beck: drei Mal die Eröffnung verschoben, Richtfest ohne Mauern gefeiert und das Versprechen nicht gehalten, dass jeder Verein einmal im Jahr kostenlos feiern dürfe. Vertragsbruch nennt das der Gickel.

Zurückgekehrt nach Finthen ist Rüdiger Schlesinger und vermeldete als RedAkteur, was in der Republik geschieht. Stand up Comedian Gunther Raupach weiß mit Frauen umzugehen und auch wie man ein Telefongespräch durch ein simuliertes Funkloch beenden kann. Im „neuen Bürgerhauspalast“ tummelten sich beim Vorspiel von Uwe Greiner Komiteeter und Finthlinge auf dem Finther Airfield und wollten zur Sitzung. Karl Krämer erzählte Witze.

Fit for Dance brachte wunderschönen Gardetanz. Foto: Helene Braun

Zum Finale machten die Tugendbolde so richtig was los. Die Zibbelkappe vertreten eine junge Generation, die auf Tradition setzt. Die Altrheingarde machte Stimmung. Und für den Gesang waren Fenja Weinberger und Julia Döring zuständig. Tolle Bilder zauberten die Ballette des Turnvereins Fit for Dance und Mann-o-Mann. Das Männerballett gibt nach elf Jahren das Tanzen auf und verabschiedete sich vom Publikum in seiner letzten Kampagne.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.