Das Männerballett der Mainzer Prinzengarde bewies, dass auch Männer tanzen können. Foto: Elke Fauck

MOMBACH – „Wer Tee mit Milch trinkt, unbestritte, die spinne wirklich diese Britte“, kommentierte der Deutsche Michel (Bernhard Knab) bei der Eulenspiegel-Sitzung den Brexit so ganz nach Asterix-Manier. Zum Umweltschutz riet er, den fast in Vergessenheit geratenen guten alten Rechen wieder zu aktivieren. „Mit so em Ding hat – net verkehrt – die Oma Umweltsau gekehrt“, wies er gleichzeitig auf den WDR-Skandal hin.

Jungreporter Marian Butscher steht seit 16 Jahren auf der närrischen Rostra. Foto: Elke Fauck

Jungreporter Marian Butscher plädierte gekonnt für die praktische Seite des Lebens, denn Noah hatte die Arche mit der Hand gebaut. Nur eine bessere Variante gäbe es noch für den 20-jährigen, der seit 16 Jahren (!) auf der vierfarbbunten Bühne steht: „Am besten kommst du zu deinem Glück, lernst nix, gehst in die Politik.“

Red-Akteur Rüdiger Schlesinger greift scharfzüngig das Chaos der Weltpolitik und dessen Verursacher an. „Trump Senior hatte seinem Sohn eine Schaukel gebaut, allerdings quer und Richtung Wand.“ Den Kassenbon beim Kauf eines Weißbrotes musste er unbedingt annehmen. „Nehmen Sie den Bon nur an sich, sagt Frau Werner unbeirrt, dass aus dem Weißbrot kein Schwarzbrot wird.

Fit for Dance vom TV Finthen überzeugt mit toller Akrobatik. Foto: Elke Fauck

Obermessdiener Andreas Schmitt begrüßt die Benennung Mainzer Straßen nach Fastnachtern. So wollte er den Weg zum Friedhof in Reinhard-Urban-Allee umbenennen. Der leidgeprüfte Ehemann Ernst Lustig (Jürgen Wiesmann) wollte seinen Geburtstag nicht feiern. „Wanderpokale“ wie schlechten Wein (er selbst hatte ihn schon dreimal wieder verschenkt) wollte er nicht mehr. Seine Frau entschied sich für einen Wellness-Urlaub um der Feier zu entgehen. Was letztendlich schlimmer ist, wusste der „Wellnesser“, wie Sitzungspräsident Ansgar Klein ihn nennt, auch nicht.

Pit Rösch bringt für sein Schwellkopplied gleich die besungenen Gesellen mit. Foto: Elke Fauck

Der närrische Oberkellner Axel Zimmermann servierte dem Publikum Rundumschläge nach politisch-literarischer Art und das ganz ohne Kassenbon. „Was nicht mal reicht für eine Ente, reicht sicher nicht für eine Klimawende.“ Die FDP die Liberalen, man sagt wohl besser die Fatalen, lautete sein Beitrag zum Erfurter Politbeben.

Klimakrise, Brexit, Trump… – Christoph Seib versteht die Welt nicht mehr. Sein Therapeut riet ihm, seine Probleme musikalisch zu verarbeiten. Musikalisch gab er seine Träume als König der Fastnacht kund, in denen es Weck, Worscht un Woi auf Kassenrezept geben würde.

Die Schnorreswackler des GCV demonstrierten für Frieden, mehr Umweltbewusstsein und weniger Fleischkonsum. Mit dem Klimawandel sehen sie eine riesige Flüchtlingswelle auf uns zukommen: 15 Millionen Holländer. Das „Theater der Despoten“ der Gesangsgruppe löste eine Stimmungslawine im Saalaus.

Die Showtanzgruppe des TV Strinz-Margarethä mit einer furiosen Darbietung. Foto: Elke Fauck

Pit Rösch ließ bei seinem Schwellkopplied die Puppen tanzen. Das Männerballett der Prinzengarde begeisterte mit einem hervorragenden Gardetanz. Auch „Fit for Dance“ vom TV Finthen und die Showtanzgruppe des TV Strinz-Margarethä zogen mit spektakulären Choreografien und ausgefallenen Kostümen die Zuschauer in ihren Bann. Oliver Mager mit K-Pelle rockte den Saal, die Mainzer Hofsänger läuteten in gewohnter Manier das Finale ein.

Teilen
Vorheriger ArtikelSpielwaren im großen Stil gstohlen
Nächster ArtikelNarren herz, was willst du mehr?
Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.