Der Hintergrund wie für ein Märchen gemacht: das Zornheimer Weinbergsleuchten. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

ZORNHEIM – 850 Meter Wegstrecke mit einem durchgehenden Lichtschlauch und dazu ein herrliches Farbenspiel: Das 2. „Zornheimer Weinbergsleuchten“ lockte trotz atmosphärischer Widrigkeiten viele Besucher. Auf dem Spazierweg mit Ausnahmecharakter zum Fuße des Ruhkreuzes boten die Winzer aus der Gemeinde den Gästen der Wanderung nicht nur eine außergewöhnliche Lichtershow, sondern auch für Glühwein, Getränke, eine Suppenküche, den Grillstand, und nicht zuletzt eine Crêperie. „Lediglich die Käsetheke hat uns abgesagt“, bedauerte der Ideengeber Andreas Münzenberger. Trotz allem sei er zufrieden, fügte er hinzu. „Die Beleuchtung sieht doch sehr schön aus. Wir haben in diesem Jahr auch etwas mehr Geld in die Hand genommen.“

Mit den illuminierten Weinbergen Besucher zu einem Schlemmer-Erlebnis zu locken, das ist der Gedanke hinter dem „Zornheimer Weinbersgleuchten“. Diesmal konzipierten die Organisatoren eine andere Wegführung als bei der Premiere 2019. Der Halbrundgang soll dank der Topografie eine optisch feinere Wandererfahrung bieten.

Der gleiche Partner wie im Vorjahr, Veranstaltungstechnik „Wolflights“ aus Partenheim, entfesselte ein bemerkenswertes Farbenspiel. 72 Lichtfluter, acht Spotbeamer, ein Matrixbeamer und 20 Floor Spot Scheinwerfer tauchten den flachen Zornheimer Weinbergshang, von dem sich bei Tageslicht einer der schönsten Ausblicke ins rheinhessische Hügelland bietet, abwechselnd in rotes, blaues oder grünes Licht. Die beiden Windräder, ebenfalls beleuchtet und aus weiter Ferne sichtbar, wirkten zuweilen wie die Rotoren außerplanetarischer Raumschiffe.

Nach dem Probeleuchten im Vorfeld saßen die Organisatoren um Münzenberg trotz aller Begeisterung über die Wirkung, wie auf heißen Kohlen. Wird der Regen das Event wegschwemmen? „Gewiss hat das Fußballspiel der 05er gegen die Bayern einige Gäste weggelockt. Doch als wir das Event planten, waren die Spiele noch nicht terminiert.“ Letztendlich sei der Regen das Hauptproblem gewesen, warum die Besucherzahl des Vorjahres nicht erzielt werden konnte, schätzte Münzenberger. „Zwischen 15 und 16 Uhr hat es wie aus Kübeln geschüttet“. Auch am späten Abend regnete es bisweilen heftig. Auf etwa 500 bis 600 bezifferte er die Zahl der Wanderer. Dennoch fiel deren Resonanz durchweg positiv aus: sowohl vor Ort bei der spontanen Umfrage, wie in den sozialen Netzen. „Es ist toll, wir kommen nächstes Jahr wieder“, lautete das Motto. Speziell die Kinder – ausgestattet mit Taschenlampen – schienen das Spektakel zu genießen.

Sechs Weingüter aus Zornheim setzten mit Inbrunst alles daran, das Erlebnis zu verfeinern. Die Gemeinde half ebenfalls bei der Organisation mit. Vor allem dankte Münzenberger der „Kulturstiftung Petes E. Eckes“, die entscheidend bei der Finanzierung geholfen habe. Allein vom Verkauf könnte die Marketingidee nicht refinanziert werden können. Im Hinblick auf das kommende Jahr wolle er mit den Mitorganisatoren „alles nachbesprechen“, sagte Münzenberger. Wie eine Absage an die Fortsetzung des Events klang das zum Glück nicht.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.