Das Männerballett Dienheim gab sich gentlemenlike. Foto: Helene Braun

MAINZ/WEISENAU –„Männer müssen draußen bleiben“ heißt es, wenn die gut gelaunten Komiteeterinnen bei der Damensitzung des Carneval Clubs Weisenau –Burggrafengarde (CCW) im Mainzer Schloss Einzug halten. Sogar Präsident Wilfried Klein musste Sitzungspräsidentin Anne Sartoris charmant des Saales verweisen, der sich listig unter die Gardisten gemischt hatte. Pech für ihn, verpasste er doch hockkarätige Reden, tolles Ballett und mitreißende Musik. Eine runde Sache, gut gemischt und ohne Schwachpunkte.

Aus der Klinik direkt zur Damensitzung: Auch leicht lädiert, die Hand in Michel-roter Bandage, ist Bernhard Knabganz auf der Höhe der Zeit. Der Deutsche Michel weiß: „Mit Sven Gerich wär‘ das nicht passiert. Über siebe‘ Brücke musst du geh ́n/ das würd` en Meenzer gerne sehen.“ Jubelrufe hört man aus dem Publikum, als Obermessdiener Andreas Schmitt die Bütt entert. Jeder Verein hat seine alten Herren, bei der AfD ist das die SS. Ihnen zu Gehör: „Das war Völkermord und kein Mickeschiss.“ Und der SPD gilt die Mahnung: „Sogar Eierlikör hat mehr Prozent. Eierlikör hat auch Eier.“

Auch leicht lädiert ist Bernhard Knab ganz auf der Höhe der Zeit. Foto: Helene Braun

Woody Feldmann nimmt die Frauen mit auf eine Reise ins „Woodyland“ mit „Handkäs` am Badestrand“. Von einem Fan bekommt sie überraschend einen handgenähten Thermomix überreicht und ist darüber so gerührt, dass sie spontan ein Lied für die Zuschauerin dichtet. Andy Ost trinkt mittlerweile so viel Kaffee, dass er Blutgruppe Arabica hat. Er will von der Polizei wissen, was es kostet, wenn er zwei Abzüge des beim Blitzen geschossenen Fotos nimmt. Gaby Elsener, alias Apollonia, hat neue Geschichten von Margot, „der alt‘ Besserwisserin“, ruft das Ordnungsamt an, wenn aufgeräumt werden muss und hört die Ferz im Dunkeln. Da macht es sich Jürgen Wiesmann als Ernst Lustig zum runden Geburtstag lieber im Spa gemütlich, wenn er auch erst nichts begreift. „Vier Tage im Spar?“ Wo er es doch schon im Rewe nach vier Stunden an die Nerven kriegt. Gardist in der Probezeitist Marcus Schwalbach. Er plaudert aus dem Nähkästchen und Smart-Omi Reni Beck organisiert einen Flashmob.

Wer eine Profi-Kapelle wiedie von Peter Müller als Hauskapelle hat, darf sich glücklich schätzen, und auch, wer den „Sound of Weisenau“ sein eigen nennt. Ein Lied brachte auch das Damenkomitee dar und die Fleischworschtathlete‘ hatten einen echten Worscht-Song dabei. Für den fulminanten Schluss waren wie immer die CCW-treuen Mainzer Hofsänger zuständig.

Die Magic Moves aus Dienheim zauberten so viele Farben und Kostüme auf die Bühne, dass den Zuschauerinnen schwindlig werden konnte, während die CCW-eigenen Burg11en sich eiskalt glitzernd um den Südpol bewegten. Man muss sie einfach gern haben, die Männer des Balletts „Die Rumpelfüßler“. Mehr auf Gentlemen machte das Männerballett Dienheim.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.