HedieMeenzer begeistern mit ihrem neuen Lied „Meenzer mit Herz“. Foto: Elke Fauck

MAINZ – Der Protokoller hat gewiss keinen leichten Job, denn er muss als „Eisbrecher“ fungieren, so auch beim MNC. Doch Matthias Flach meisterte es mit Bravour, denn sein humoristischer Rückblick durch das vergangene Jahr strapazierte die Lachmuskeln des närrischen Publikums. Die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke sieht der Chef vom Protokoll gelassen, denn „die Baustell ist ein Fastnachtsgag und Aschermittwoch wieder weg“.

Kein Politiker kommt bei Matthias Flach ungeschoren davon. Foto: Elke Fauck

Sitzungspräsident Matthias Bott klagte als „Nachtkapp“ über sein Leid. Seine Eltern hätten sich in betrunkenem Zustand auf einer Fastnachtssitzung kennengelernt. Betrunken flirten sei wie hungrig einkaufen, man nimmt Sachen mit, die man nie gebrauchen kann. Als sich seine Mutter ein rotes Weihnachtsgeschenk, das von null auf hundert kommt wünschte, schenkte der Vater ihr eine Waage.
Marcus Schwalbach von der GBL (Garde der beleidigten Lewwerwerscht) hat schon jede Menge Mozartkugeln gegessen, da dies angeblich musikalisch machen solle. Dennoch reicht es zum Geige spielen noch immer nicht. In seiner Paraderolle als Nachtwächter lud Adi Guckelsberger, wie gewohnt, das Publikum dazu ein, seine Moritaten zu vervollständigen.
Nach zwei Jahre in Folge als Angela Merkel verkörperte Florian Sitte dieses Mal Greta Thunberg. So äußerte sich die Klimaaktivistin zu der von ihr neu erkundeten Region, dass Rosenmontag mit dem Ikea-Kinder-Spielparadies zu vergleichen sei: Schlafanzug, Lärm und ständig kotzt jemand.  

Greta Thunberg alias Florian Sitte bei ihrem ersten Mainz-Besuch. Foto: Elke Fauck

Als Deutscher Michel richtete Bernhard Knab wieder gereimte Spitzen auf  Politik und Politiker. Nicht zuletzt ärgert ihn die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke zur Fastnachtszeit. Die Mainzer Bänkelsänger Thomas Gerster und Guido Seitz nahmen singend Politik und Umwelt ins Visier.
Auf’s Rad setzen die Altrheinstromer als Straßenkehrer, Postbote und Schornsteinfeger. Die drei Dienstleister mit Herz gingen die Umweltproblematik musikalisch mit viel Elan an.

Seit 28 Jahren stehen die Altrheinstromer auf der Bühne der Mainzer Fastnacht. Foto: Elke Fauck

HedieMeenzer, die Altrheingarde und nicht zuletzt Pit Rösch brachten die Stimmung auf Hochtouren und hinterließen so manchen Ohrwurm beim Auditorium.
Die Rot-Weißen Funken aus Frickhofen stellten choreografisch in wunderschönen Kostümen und einer spektakulären Artistik die Verpuppung einer Raupe zum Schmetterling dar. Das Finale einer abwechslungsreichen Sitzung wurde von den Mainzer Hofsängern eingeläutet.

Die Rot-Weißen Funken aus Frickhofen bieten eine spektakuläre Choreografie. Foto: Elke Fauck
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Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.