Pfarrer Gottfried Keindl mit einer etwas anderen Predigt. Foto: Elke Fauck

MOMBACH – Bevor sich die Narren die Ortsverwaltung samt Kasse brutal zu eigen machten, brachten sie erst noch den klerikalen Part der Fastnacht hinter sich.

Der Tag begann mit dem Narrenlob in der Herz-Jesu-Kirche, zu dem sich die Mombacher und befreundete Garden, zahlreiche Korporationen, Vertreter aus Kommunalpolitik und viele Närrinnen und Narren einfanden. Für den musikalischen Teil sorgte der Musikzug der Mombacher Prinzengarde unter der Leitung von Marco Herold.

Musikzug der Mombacher Prinzengarde anstatt Orgelmusik. Foto: Elke Fauck

Geistliche Unterstützung im Gottesdienst hatte Pfarrer Gottfried Keindl, in seinem Fastnachtsverein als „Seelebeitel“ bekannt, nicht nur durch den Mainzer Hochschulpfarrer und Ranzengardisten Ignatius Löckemann und Christian Bartmann von den Schwarzen Husaren, sondern auch durch den Obermessdiener Max Bohland. Seine Kirche heißt Johanniskirche nach den im Garten angepflanzten Sträuchern benannt, wie der elfjährige glaubhaft versicherte. Überflutung der Kirche ist nur einer seiner zahlreichen Streiche, von denen Max zu berichten wusste.

Obermessdiener Max Bohland berichtet von allerlei Schandtaten. Foto: Elke Fauck

Auch bei dem Chor „Mystic“, der Kirchenchor von St. Nikolaus, stand die Liedauswahl unter der rot-weiß-blau-gelben Flagge und die Stimmung war grandios. Der traditionelle Marsch von der Herz-Jesu-Kirche zur Ortsverwaltung war aus baustellentechnischen Gründen leider mit einem kleinen Umweg versehen, doch wie Keindl mitteilte, ließ Ortsvorsteher Christian Kanka auf der Mombacher Hauptstraße eine „Helauspur“ errichten um den „kleinen Fastnachtsumzug“ zu ermöglichen.
„Christian rück de Schlüssel raus, die Narren wern heut Herr im Haus“, schallte es rund um die Ortsverwaltung. Nun galt es für den Ortsvorsteher seine erste Fastnacht im Amt zu überstehen. Doch als Vorstandsmitglied der Bohnebeitel ist ihm das alles nicht fremd.

Als die Ranzengarde mit der Konfettikanone auf Kanka und Ebling schoss, nutzte dem Ortsvorsteher auch die Unterstützung des Oberbürgermeisters nichts mehr und er musste sich ergeben. Eine harte Sache im ersten Amtsjahr, zumal die diesjährige Machtübernahme ausgerechnet durch seinen eigenen Verein vonstatten ging.

Auch die Unterstützung des OB half Christian Kanka nicht gegen die Machtübernahme der Narren. Foto: Elke Fauck

Nur gut, dass die Kasse ohnehin leer war. Beim anschließenden Umtrunk in der MTV-Halle gab es noch diverse Ordensverleihungen. So verlieh der OB fünf Stadtorden für besondere Verdienste in der Mainzer Fastnacht. Darüber freuen durften sich: Marco Herold (Mombacher Prinzengarde), Lothar Wirbelauer (Bohnebeitel), Günter Nostadt (Meenzer Herzjer), Ulrike Eisinger (Maletengarde) und Melanie Richter (Bohnegard).
Außerdem wurden zahlreiche Orden der Mombacher Ortsverwaltung verliehen. Auch Zugmarschallin Siggi Peege bedankte sich mit Zugmarschallinnenorden bei ihren Unterstützern.

Alle Streiter um die kommunale Macht über die tollen Tage stehen friedlich um Fraa Bohnebeitel. Foto: Elke Fauck
Teilen
Vorheriger ArtikelMitfahrgelegenheit nach Wiesbaden gesucht
Nächster ArtikelEinbruch in Lagerhaus
Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.