Ortsvorsteherin Claudia Siebner hat auch 2020 einen prall gefüllten Terminkalender. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Die Sanierung des Bretzenheimer Rathauses An der Wied ist das Topthema, wenn Ortsvorsteherin Claudia Siebner (CDU) auf das gerade angelaufene Jahr blickt. „Im Sommer 2021 soll die Sanierung abgeschlossen sein“, verkündet die Christdemokratin. „Ich hoffe, dass das eingehalten wird, aber ich kann die Probleme auch nachvollziehen.“ Immerhin steht einiges auf der Agenda: Die Ortsverwaltung rückt nach unten, der Sitzungssaal nach oben. Er ist künftig auch über einen neuen Aufzug erreichbar. Der barrierefreie Eingang ist künftig der Haupteingang. Unten gibt es einen kleineren Raum für Veranstaltungen, eine behindertengerechte Toilette und eine Küchenzeile, oben sind das Büro der Ortsvorsteherin und das Fraktionsbüro sowie weitere Toiletten und eine Küche. „Der Zeitaufwand ist erheblich“, betont Siebner. Zumindest wird bereits im März die Dachsanierung des Rathauses abgeschlossen sein.

Die fehlenden Veranstaltungsräume und Vereinsräume sind ein weiteres Dauerthema in Bretzenheim seit der Schließung des Hauses St. Georg. „Die Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft“, betont Siebner. „Sie bringen Jung und Alt zusammen und brauchen Unterstützung.“ Zumindest wurde die Betriebsgenehmigung für das ebenfalls sanierungsbedürftige Vereinsdomizil Dantehaus vor St. Georg bis auf Weiteres genehmigt. Die Ortsvorsteherin dankt Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) und Liegenschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) für die Unterstützung.

Die fehlenden Kitaplätze für unter Zweijährige sind ein weiteres Thema, das die Ortsvorsteherin umtreibt. Der aktuelle Aufnahmestopp der Kita Weltentdecker an der Uni sei da ein Negativbeispiel. „Das passt nicht in die heutige Zeit“, so Siebner. Sie will zu diesem leidigen Thema den Uni-Präsidenten und das Studierendenwerk anschreiben und um Unterstützung bitten.

Die massive Nachverdichtung sorgt den Ortsbeirat. Ein Negativbeispiel sind die großen Neubauten an der Ecke Draiser Straße, Anzengasse und Hildegard-von-Bingen-Straße. „Wir müssen Regeln finden“, fordert Siebner. „Es stößt an Grenzen.“ Auch die Neubebauung des ehemaligen Tennishallen-Areals in der Albert-Stohr-Straße sorgt bei ihr weiter für Kopfzerbrechen, auch wenn die schlimmsten Auswüchse in punkto Nachverdichtung dank des Engagements der Ortsvorsteherin verhindert werden konnten. Siebner: „Ich halte diese Bebauung weiterhin für äußerst schwierig.“ Beim Thema Bezirkssportanlage wartet der Ortsbeirat weiter auf die von Sportdezernent Günter Beck (Grüne) zugesicherte Flutlichtanlage für den alten Naturrasenplatz. Mittelfristig ist auch die Sanierung der beiden Kunstrasenplätze ein Thema.

Froh ist Siebner, dass der Stadtteilhelfer weitere drei Jahre in Bretzenheim bleibt. „Er leistet gute Arbeit und kennt die Schmutzecken.“ Ein Erfolg ist auch die neue AG Nachhaltigkeit, die sich unter anderem für eine naturnahe Gestaltung von städtischen Flächen einsetzt. „Es ist eine sehr aktive Gruppe, neue Interessierte können sich gerne einbringen.“

Teilen
Vorheriger Artikel„Brückensperrung wird zur Geduldsprobe“
Nächster ArtikelWeinsalon jetzt auch im Winter
Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.