Die Theodor-Heuss-Brück wird ab 12. Januar für den individuellen Autoverkehr gesperrt. Foto: Ralph Keim

KASTEL – Ab Sonntag, 12. Januar, 12 Uhr, ist die Theodor-Heuss-Brücke aufgrund von Reparaturmaßnahmen an den Traversenlagern für den privaten Autoverkehr circa vier Wochen rund um die Uhr gesperrt. Die entsprechenden Vorbereitungen beginnen an diesem Sonntag bereits um 6 Uhr. Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) äußerte sich in einer Pressekonferenz zu den Auswirkungen – und den Ausnahmen.

Schon länger bekannt ist, dass Busse und Taxis sowie Radfahrer und Fußgänger die Brücke passieren dürfen. Schranken, die von Sicherheitspersonal bedient werden, sorgen für die Umsetzung der Sperrung. Selbstverständlich öffnen sich diese Schranken auch für Rettungsdienste und Notärzte, außerdem für Fahrzeuge, die nicht schneller als 60 km/h fahren dürfen oder können. Diese dürfen nämlich nicht über Autobahnen, damit auch über die beiden Brücken bei Schierstein und Weisenau fahren.

Verkehrsdezernentin Katrin Eder stellt sich den Fragen der Fernsehjournalisten. Foto: Ralph Keim

Eine Ausnahmegenehmigung bekommen auch Fastnachtsaktive. Diese Ausnahme gelte allerdings nur für den Abend des Auftritts, bekräftigte eine sichtlich angespannte Katrin Eder, die für die PK extra ihren Urlaub unterbrochen habe, wie sie selbst sagte. Die Hoffnung von Autofahrern, mitten in der Nacht die Heuss-Brücke sozusagen unbemerkt passieren zu können, wurde während der PK ebenfalls zunichte gemacht: Die voraussichtlich bis 9. Februar geltende Sperrung werde rund um die Uhr und konsequent durchgezogen.

Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mainzer Mobilität, Jochen Erlhof, teilte mit, dass während der Sperrung die Taktzeiten der Linie 56 ab Gustavsburg tagsüber auf bis zu vier Fahrten pro Stunde erhöht wird. Wer bis einschließlich 18. Januar ein Vier-Wochen-Ticket kauft, der darf damit zwei Wochen länger den ÖPNV nutzen, teilte Erlhof weiter mit.

Bruecke2020: Mit diesem Code bekommen Nutzer des Fahrrad-Verleihsystems MeinRad ebenfalls bis einschließlich 18. Januar eine Gutschrift in Höhe von 15 Euro. Eder und Erlhof hoffen, dass mit diesen Anreizen der eine oder andere Autofahrer beim ÖPNV beziehungsweise Fahrrad bleibt.

Jochen Erlhof und Katrin Eder erläuterten die Folgen der Sperrung der Heuss-Brücke. Foto: Ralph Keim

Bei der routinemäßigen Bauwerksprüfung der Theodor-Heuss-Brücke wurden im vergangenen Jahr Schäden an den Übergangskonstruktionen in den Pfeilerachsen festgestellt. Die Traversenlager müssen ausgetauscht werden. Die Arbeiten können nur im Winter erfolgen, weil der Stahl sich durch die Kälte zusammenzieht. Würde man sich nicht jetzt um das Problem kümmern, drohe eine kurzfristige und wesentlich längere Sperrung, wie dies bei der Schiersteiner Brücke vor genau fünf Jahren der Fall war

.Es sei keine leichtfertige Entscheidung gewesen, die wichtige Verbindung über den Rhein für den Individual zu sperren, verdeutlichten Eder und Erlhof noch einmal. Nach ihren Aussagen passieren täglich bis zu 44 000 Autos die Brücke. Außerdem bis zu 28 000 Fahrgästen in den 750 Linienbussen beider Landeshauptstädte. Besonders am Montag nach der Sperrung sei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Von den voraussichtlichen Kosten in Höhe von rund 420000 Euro muss Wiesbaden 62,8 Prozent übernehmen und die Landeshauptstadt Mainz 37,2 Prozent. Das entspricht den Eigentumsanteilen an der Brücke.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“