Ortsvorsteher Manfred Mahle (li.) verlieh den Mainzer Stadtorden an Volker Conradi (3.v.l.). Aber auch Kevin (2.v.l.) und Andreas Gladden gingen nicht leer aus. Ihnen winkte der Goldene Pedder für 15 Jahre Vorstandsarbeit. Foto: Helene Braun

FINTHEN –Dass die Prunksitzung des FCV wieder im noch nicht ganz fertiggestellten Bürgerhaus stattfinden kann, ist Thema beim Finther Carneval Verein, ebenso aber auch der 66. Zug der Lebensfreude. Thematisiert ist er auf dem aktuellen Kampagneorden, der bei der Ordensfeier im Agnes-Pfeifer-Saal vorgestellt und an die Gäste verliehen wurde. Ehrungen, der jährliche Scheck vom 111er Club und die Aufnahme neuer Mitglieder standen weiter im Vordergrund.

Doch der Umzug bringt nicht nur Freude. Präsident Volker Conradi sprach Klartext. Sponsoren und Förderer aus der Privatwirtschaft und vom 111er Club sind schon lange nötig, den VR-Bank Mainz –Finther Zug der Lebensfreude zu finanzieren. Doch werde die Lage immer prekärer: „Die Teilnehmer nehmen ab, die Auflagen und die Kosten dafür werden mehr.“ Allein das Sicherheitskonzept umfasst mittlerweile 100 Seiten, mehrfach hat es Conradi überarbeitet, der Stadtverwaltung und den Fachämtern und -Behörden wiedervorgelegt und wieder überarbeitet.

„Wir organisieren den Zug mit sieben Leuten ehrenamtlich, obwohl jeder in Vollzeit berufstätig ist. Was auf uns als Veranstalter abgewälzt wird, ist nicht mehr zu akzeptieren“, sagte Conradi. Und nicht jede Behörde habe sich kooperativ gezeigt. Nach dieser Kampagne nun werde man sich Gedanken machen, wie diese Verantwortung abzugeben sei, vielleicht an eine professionelle Agentur. „Das wird dann aber auch Geld kosten“, sagte Conradi. Was er nicht will: „Ich möchte nicht der Präsident sein, der den Finther Zug zu Grabe trägt.“ Das habe er Albert Becker, der als Vater des Zuges gilt, bei seinem Amtsantritt 2013 auch versprochen.

Zufall? Auf jeden Fall längst überfällig war die Verleihung des Mainzer Stadtordens an Conradi für seine ehrenamtlichen Verdienste um die Mainzer Fastnacht aus Händen von Ortsvorsteher Manfred Mahle in Vertretung für den Oberbürgermeister. Die Ehrungen nimmt der FCV jetzt nach Fastnachtszahlen vor: Elf Jahre im 111er Club ist Kurt Weil, Andreas Gladden ernannte drei neue Kleine Räte und Kevin Gladden begrüßte die Neumitglieder. Beide wurden vom Präsidenten für 15 Jahre Vorstandsarbeit mit dem Goldenen Pedder ausgezeichnet. Klaus Dressler überreichte als Sprecher des 111er Clubs einen Scheck über beachtliche 8000 Euro und die Finther Fastnachtsikone Katha Eisinger begrüßte 2020 und die Fastnacht mit ein paar launigen Reimen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.