Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebes, freut sich mit seinen Mitarbeitern über die gelungene Imagekampagne. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Sie erledigen die Arbeit, die viele nicht machen wollen: Sie räumen Müll weg, entsorgenden Abfall, kehren Straßen und Plätze. Eigentlich eine Arbeit, die den Bürgern der Stadt Respekt abverlangen sollte. Doch nicht selten ist das Gegenteil der Fall. Nicht selten müssen sich die Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs der Stadt Mainz herabsetzende Bemerkungen, wenn nicht gar Beleidigungen und Beschimpfungen anhören.

Die Kampagne „So wie du und ich – Menschen, die für Sie da sind!“ des Entsorgungsbetriebs der Stadt soll dem entgegenwirken. Im Fokus stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich für ein sauberes Mainz im Einsatz sind: Sei es auf der Straße oder auf den Wertstoff- und Recyclinghöfen. „Diese Menschen leisten einen großen Beitrag für ein lebenswertes Mainz“, vermittelt die Kampagne, die auch als Ausstellung im Umweltladen in der Steingasse zu sehen ist.

Die Ausstellung zur Kampagne ist im Umweltladen in der Steingasse zu sehen. Foto: Ralph Keim

Es sei sogar schon vorgekommen, dass Mitarbeitern körperliche Gewalt angedroht wurde, erläuterte Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebes, bei der Ausstellungseröffnung. Die neue Kampagne wirbt daher für ein faires, respektvolles und menschliches Miteinander.

Die Einsatzfahrzeuge des Entsorgungsbetriebes zieren nun kleine Plakaten, über die einzelne Mitarbeiter vorgestellt werden – beispielsweise: „Angelo C., Teamleader Straßenreinigung, 38 Jahre“. Hinzu kommt eine kurze private Information – beispielsweise: „Papa von vier Kindern.“ Oder auch: „Sven L., Müllwerker & Fußballtrainer“.

Die Ausstellung im Umweltladen gibt wichtige Hintergrundinformationen über die Arbeit dieser Männer und Frauen, dass beispielsweise die Müllentsorgung über die Stadt in Mainz im Jahr 1899 eingeführt wurde und dass es in der Stadt Praxis sei, die Mülltonne grundsätzlich wieder zum vorgesehenen Standort zurückzubringen. Und was wohl nur die betreffenden Mitarbeiter wissen: In Mainz muss ein Straßenkehrer über seine Arbeit täglich bis zu zwölf Kilometer zu Fuß zurücklegen und das bei praktisch jedem Wetter.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar zu sehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“