Wenn der Orchesterverein St. Martin auftritt, ist die Kirche voll. Beim letzten Auftritt des Jahres gastierte das Vokalensemble Capella Moguntina. Foto: Helene Braun

FINTHEN – Mit neuem Namen und Highlight auf Highlight beging die Katholische Kirchenmusik ihr Jubiläumsjahr. Der innovativen Entwicklung geschuldet, nennt sich das Blasorchester jetzt Orchesterverein St. Martin. Aus einer eher klassischen kirchenmusikalischen Tradition kommend, zeichnet dieses Orchester innerhalb der Mainzer Kulturlandschaft aus, dass es in den letzten Jahren möglich gemacht hat, nach und nach die Anforderungen eines symphonischen Oberstufenblasorchesters zu erfüllen. Diese enorme Entwicklung bildet die Basis für eine zukunftsgerichtete musikalische Arbeit. Im Rahmen dieses Wirkens ist sich der Verein jedoch immer seiner Wurzeln und der 100-jährigen Tradition bewusst. Davon überzeugen konnte sich das Publikum beim Adventskonzert in der Katholischen Kirche St. Martin. Als Gastchor war das Vokalensemble Capella Moguntina mit einem Auszug aus dem aktuellen Programm „A Festival of Nine Lessons and Carols“ zu hören.

Wenn der Orchesterverein St. Martin auftritt, ist die Kirche voll. Beim letzten Auftritt des Jahres gastierte das Vokalensemble Capella Moguntina. Foto: Helene Braun

Man kann schon von Tradition sprechen, wenn das Vokalensemble Capella Moguntina in der Adventszeit zum „Festival of Nine Lessons and Carols“ einlädt. Hierbei werden neun Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament im Wechsel mit Advents- und Weihnachtsliedern, den sogenannten Carols, vorgetragen. Die Lesungstexte schildern mit wortgewaltigen Bildern die in Jesus Christus den Menschen widerfahrene Heilsgeschichte. Die Carols legen dabei auf besinnliche Weise die vorgetragenen Lesungstexte aus.

Mächtig fahren die Posaunen und Trompeten beim ersten Stück des Windorchesters unter Leitung von Götz Schwehm auf, Schlagwerk kommt hinzu und Schwehm tänzelt und wiegt sich im Takt bei Ross Roy – Ouvertüre für Blasorchester von Jacob de Haan. Mit Julia Shlayfer an der Querflöte gewinnt die Rhapsodie für Flöte und Symphonisches Blasorchester von Stephen Bulla an Intensität. Zuweilen übernimmt Tobias Jurasin das Dirigat, wenn Chor und Musiker zusammen agieren. Dass die Gemeinde im Wechsel mitsingen darf, vereint kirchliche und weltliche Musik und Profisänger mit Laien, ein partizipatorisches Prinzip sozusagen. Glockenklar und stark mit wunderschönen Soli erklingen die Stimmen des Gastchors unter der Leitung von Hedwig Maria Klein. Was sie stimmlich an Qualität vorzuweisen haben, entspricht der musikalischen Qualität der Bläser. Mit 16 oder 17 Sängerinnen und Sängern füllen jene die Kirche stimmlich komplett.

Teilen
Vorheriger ArtikelDer Rhein, der Wein und das Baugebiet
Nächster ArtikelNeuer Pächter in den Startlöchern
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.