RHEINHESSEN – Das Evangelische Dekanat Ingelheim-Oppenheim hat in den letzten 15 Jahren knapp 13 % seiner Mitglieder verloren. In Zahlen sind das rund 9000 Gemeindemitglieder. Eine bedenkliche Entwicklung, die derzeit in ganz Deutschland zu beobachten ist. Kein Wunder, dass die Landeskirchen Sparmaßnahmen beschließen, denn mit dem Mitgliederschwund sinken auch die Einkünfte aus der Kirchensteuer. So hat auch die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau seinen Dekanaten Kürzungsvorgaben gemacht, die auch die Pfarrstellen betreffen.

Die Synode des Evangelischen Dekanates Ingelheim-Oppenheim musste deshalb auf seiner jüngsten Sitzung Kürzungen von zwei Pfarrstellen beschließen. Dabei hat es sich der Dekanatssynodalvorstand bei seinem Kürzungsvorschlag, den er den Synodalen unterbreitete, nicht leicht gemacht. Eine Arbeitsgruppe hatte nach sorgfältiger Abwägung Kriterien für die Bemessung der Pfarrstellen entwickelt, die sich zu 82 % an den Mitgliedern und zusätzlich noch an den Kindertagesstätten, den Altenheimen und an den Gottesdienstorten orientieren.

Auf dieser Basis wurde nach einer engagierten Diskussion auf der Synode des Evangelischen Dekanates Ingelheim-Oppenheim mit klarer Mehrheit beschlossen, dass es bis Ende 2024 im Dekanat zwei Pfarrstellen weniger geben wird. Betroffen sind in einem ersten Schritt bis Ende 2022 die Gemeinden Dalheim, Groß-Winternheim/Schwabenheim und die Ingelheimer Gustav-Adolf-Gemeinde, die jeweils um eine halbe Stelle gekürzt werden sollen. Gleichzeitig wurde u.a. aufgrund hier steigender Mitgliederzahlen die Pfarrstelle in der Ingelheimer Saalkirchengemeinde in Ingelheim um eine halbe Stelle erhöht.

Die Kürzungen werden für die Gemeinden schmerzliche Abschiede von der ein oder anderen liebgewonnenen Tradition bedeuten, dennoch hofft Dekan Olliver Zobel, dass sich aus dieser Entwicklung auch positive Impulse ableiten lassen, wie eine verbesserte Zusammenarbeit der Gemeinden in der Region, wie sie sich zum Beispiel im Raum Bingen oder Ingelheim abzeichnet.

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