Insgesamt kamen rund 500 Landwirte mit ihren mächtigen Maschinen zur Kundgebung nach Mainz. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Die Demonstrationen der Landwirte haben am Mittwoch auch die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt erreicht. Rund 500 Bauern kamen auf Einladung von „Land schafft Verbindung“ trotz strömenden Regens zu einer Kundgebung nahe der Staatskanzlei zusammen. Am Tag zuvor waren es in Wiesbaden rund doppelt so viele Landwirte gewesen

Angereist waren die Landwirte mit ihren Traktoren. Die mächtigen Maschinen standen an überwiegend der Großen Bleiche in Sichtweite der Ministerien und der Staatskanzlei, außerdem am Rheinufer und erregten schnell die Aufmerksamkeit der Passanten. Kleine Kinder staunten Bauklötze, die Erwachsenen hielten das sich ihnen bietende Bild mit ihren Handys fest.

Aber die Bauern waren selbstverständlich nicht gekommen, um ihre Traktoren zur Schau zu stellen. Mit Plakaten unterstichen sie ihr Anliegen: „Ohne Bauern gibts kein Essen“, stand auf einem der Schilder, außerdem: „Ist der Bauer ruiniert, wird Dein Essen importiert!“

Die Landwirte fordern unter anderem eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit. Foto: Ralph Keim

Die Landwirte sehen nicht nur ihre Arbeit geringgeschätzt, sondern sich selbst und ihre Betriebe mehr und mehr unter Druck. Nicht wenige sehen angesichts der ihrer Meinung nach überzogenen Richtlinien und Gesetzgebungen – Stichwort Agrarpaket – keine gesicherte Zukunft mehr. Zudem beklagen die Bauern, dass sie in der Öffentlichkeit mehr und mehr als Sündenböcke hinhalten müssen, beispielsweise beim Thema Düngemitteleinsatz.

Der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) stellte sich den Diskussionen mit den Demonstranten. Er kündigte für das kommende Jahr einen Agrargipfel an.

Schon seit einigen Monaten drücken Landwirte ihren stummen Protest mit großen Holzkreuzen aus, die sie am Rande ihrer Felder aufgestellt haben. Zumindest die Demo in Mainz hatte laut Polizei keine großen Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“