Im Gesundheitszentrum am Juxplatz haben die Bezirkspolizeibeamten ihr Büro. Walter Görgen und seine beiden Kolleginnen sind Ansprechpartner für die Gonsenheimer Bürger. Foto: Silke Jungbluth-Sepp

GONSENHEIM – Erfreuliche Nachrichten hatte „Vertelsbutze“ Walter Görgen dem Ortsbeirat zu berichten. Es ging um die Kriminalitätsentwicklung im Stadtteil. Einbrecher haben in diesem Jahr einen Bogen um Gonsenheim gemacht. Die Zahl der Einbrüche ist laut Görgen um 50 Prozent zurückgegangen. Im Bereich der Polizeidirektion gebe es ein Minus von 36 Prozent. 

„Weg ist die Kriminalität allerdings nicht“, räumte er ein. Der Rückgang hänge mit dem Kontrolldruck rund um Mainz zusammen. Viele Täter seien offenbar nach Kaiserslautern ausgewichen, wo die Einbruchszahl um 70 Prozent  gestiegen sei. 

Die Polizei konnte dank aufmerksamer Bürger zudem eine Frau aus Gonsenheim schnappen, die über Monate rund 200 bis 250 Diebstähle oder Einbrüche in Mainz  verübt habe – viele in Gonsenheim. 

Görgen arbeitet mit seinen Kolleginnen Simone Schmitt und Zsuzsanna Armster im Polizeibüro im Gonsenheimer Gesundheitszentrum. „Gonsenheim ist kein Schwerpunkt der Jugendkriminalität“, konnte er auch hier Entwarnung geben – mit einer Ausnahme: Junge Leute aus einer Wohngruppe für „Problemjugendliche“ in der Housing Area hätten im Frühsommer und erneut im Oktober zahlreiche Fahrräder und E-Bikes gestohlen. 15 Einbrüche seien ihnen zuzuordnen. 

Ruhestörungen seien im Sommer häufig Thema, sagte Görgen. Dafür sei allerdings das Ordnungsamt Ansprechpartner, nicht die Polizei. Ortsvorsteherin Sabine Flegel kündigte an, dass 2020 in Parks und auf Spielplätzen präventive Kontrollen geplant seien, „um Ruhe hereinzubringen“. 

Auch bei den Unfällen ist die Entwicklung laut Görgen unauffällig. Es gebe keine Schwerpunkte, allerdings habe es an der Ecke Elbestraße/Hugo-Eckener-Straße gleich vier Kollisionen mit der Straßenbahn gegeben. In der Breiten Straße wurden nach der Tempo 30-Einführung 2019 bislang nur 37 Unfälle gezählt, nach 59 in 2018.

Einen Wermutstropfen gibt es aber auch: Die Zahl der angezeigten Straftaten im Stadtteil ist deutlich angestiegen. Gründe sind laut Görgen, dass Bürger deutlich mehr Warenbetrügereien melden und die Mainzer Mobiliät ihre Kontrollen gegen Schwarzfahrer verstärkt hat.

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