Tanz, Ballett, Gesang und Schauspiel: Bei der Collage bei Musical Arts kamen alle Sparten zum Zuge. Foto: Helene Braun

MOMBACH –Die Musical-Collagen in der Waggonfabrik sind immer etwas Besonderes, denn bei keiner Vorstellung der Musical Arts Academy of the Performing Arts kann man so deutlich die verschiedenen Sparten des Musicals realisiert sehen und hören. Die diesjährige Zusammenstellung an Stücken aus bekannten Musicals, Operetten und Filmen sowie rezitierten Texten korrespondieren mit der Handlung, die als roter Faden die Elemente verbindet. Für Buch und Regie bei „Open Call –danke wir melden uns“ zeichnete Volker Metzger verantwortlich. Die facettenreiche Choreografie lag in den bewährten Händen von Chris Ertelt.

Vor allem die Academy-Schüler des fünften Semesters hatten ihren großen Abend. In wenigen Monaten werden sie ins Berufsleben entlassen. Auch das dritte Semester durfte sich auf der Bühne beweisen und der Chor wurde von Erstsemestern unterstützt. Wo die Drittsemester hauptsächlich Tanzszenen und kleine Sprechrollen hatten, war den Absolventen Raum gelassen, sich so richtig austoben und zu beweisen. Die Handlung spielt im Warteraum der Audition, sieben junge Frauen möchten die Hauptrolle in einem Musical ergattern, doch sind sie weder angemeldet noch eingeladen. Es ist ein Open Call, wo jeder kommen kann. Alle haben etwas vorbereitet, führen dies während der langen Wartezeit für sich zur Probe auf und daraus entsteht schließlich das Musical „Phantasten“. Ob die Darstellerinnen Phantasten sind oder nicht, die Szenerie spiegelt jedenfalls das wieder, was sie noch vor sich haben, wenn auch nicht in dieser abstrus-witzigen Weise. Oder wie eine von ihnen zusammenfasst: „Ein Vorsingen vor dem Vorsingen entscheidet, wer vorsingen darf.“

Beeindruckend kommt das Stück „Christel von der Post“ aus dem Vogelhändler, wenn Michaela Bär es mit ihrem Koloratursopran singt. Empathisch die Darbietung des Liedes „Tot zu sein ist komisch“ aus „Tanz der Vampire“ von Liane Genenz, überzeugend die schauspielerischen Passagen, wobei Cara Remke als IT-Girl ihr komisches Talent präsentiert. Katrin Wildemann, Mariele Jankowski mit tollem Monolog, Johanna Kuhlmann und Franziska Fechtig stehen dem nicht nach in Tanz, Gesang und Schauspiel. Die Darbietungen des dritten Semesters lassen auf eine ebenso erfolgreiche Abschlussklasse 2020 hoffen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.