Insgesamt waren 111 Boote auf dem Rhein. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MAINZ – Der Spaß am Rudern im Dezember hat in Mainz einen Namen. Nikolausvierer heißt es bei der Mainzer Ruder-Gesellschaft 1898, die zu einer Nikolausfeier mit Seltenheitswert eingeladen hatte.

Im Zwei-Minuten-Takt starteten die Boote auf die Strecke von knapp drei Kilometern. Das Interesse am Rennen steigt seit Jahren. „So sehr, dass wir zum ersten Mal die Anzahl der Teilnehmer begrenzen mussten, weil es so viele Leute waren, die mitmachen wollten“, sagte Christoph Hartung vom Vereinsvorstand. „Wir haben die Zahl auf gut mainzerische Art auf 111 Boote begrenzt.“ Knapp 30 Anmeldungen wurde abgesagt. „Mehr können wir organisatorisch nicht stemmen.

“Gelockt hatte der Ruf Teilnehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus. Gäste aus Frankfurt, Hanau, Limburg, Bad Ems, Aschaffenburg, Speyer oder Saarbrücken. „Viele davon sind unsere Stammgäste.“ Oder sie wollen es werden. Aus Karlsruhe reiste zum zweiten Mal die Ruderriege des Universitätsschulsports, die nebenher einen der schönsten Schmuckuntensilien für das Boot im Gepäck hatten: eine eigenhändig gebastelte Weihnachtspyramide. Etwas demoliert von der rasanten Fahrt präsentierte sich das aus Pappe gebastelte Schmuckstück nach dem Rennen, ganz anders als das Rudererteam. „Es hat wirklich Spaß gemacht“, sagten die jungen Teilnehmer einhellig.

„Es ist vor allem eine Spaßregatta“, bestätigte Hartung. „Die aber sich sehr gut für die neuen Ruderer eignet, die im Frühjahr mit dem Sport begonnen haben.“ Für sie kommen die Wettbewerbe m Sommer noch zu früh. „Aber im Dezember kann man da schon sehr gut rudern.“Daher stand auch eine Anfängerklasse auf dem Programm.

Spaß gemacht hat es auch dem Team aus Eltville. In dessen Boot saß eine der fleißigsten Ruderinnen. Karla Kiefer hat in diesem Jahr bereits knapp 3000 Kilometer am Ruder zurückgelegt. „Rudern ist ein Sport, den jeder ins hohe Alter treiben kann“, sagte die 78-Jährige. Klar, sei jede Regatta anstrengend. „Aber man soll sich auch anstrengen.“

Die MRG hat ihrerseits sechs Mannschaften ins Rennen geschickt. „Dem Verein geht es sehr gut“, freute sich Hartung. Sehr erfolgreich sei beispielsweise der diesjährige Schnupperkurs. „Dadurch wuchs die Mitgliederzahl auf 225.“ Eine weitere gute Nachricht: Vor zwei Wochen wurde der Steg geliefert, auf dem das Gerüst erneuert werden musste. Drei Monate hatte der Verein darauf verzichtet. Glücklicherweise verbinden der Rhein und die Leidenschaft die Brüder und Schwestern im Geiste flussauf und -abwärts.

„Der Ruderverein aus Eltville stellte uns einen Bootstransporter zur Verfügung mit dem wir die Boote, die wir zum Steg im Industriehafen bis dahin tragen musste, leichter hinbringen konnten.“ „Im letzten Jahr hatten wir hingegen die Eltviller zu Gast bei uns, weil sie wegen Niedrigwasser ihren Steg nicht nutzen konnten.“

Dem Nikolaus, der die Sieger der Regatta bescherte, wird das gefallen haben.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.