Die Laubenheimer Pfarrerin Karin Meier. Foto: privat

LAUBENHEIM –Weihnachten steht vor der Tür, die Christen feiern die Geburt Jesu. Andere freuen sich nur auf ein üppiges Fest mit vielen Geschenken im Kreise ihrer Lieben. Und für jeden bedeutet es etwas anderes, das Fest der Liebe. Wir fragten Laubenheims evangelische Pfarrerin Karin Meier.

Die Lokale: Was bedeutet Weihnachten für Sie persönlich?

Karin Meier: Für mich ist Weihnachten jedes Jahr wieder die Erinnerung daran, dass Gott nicht weit weg ist, etwa oben im Himmel, sondern ganz nah bei uns Menschen. Die Erzählung von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem ist ein schönes Bild dafür. Sie erinnert auch daran, dass Jesus sich besonders den armen Menschen zugewendet hat.

Die Lokale: Ärgert Sie das Konsumverhalten der Gläubigen zur Feier der Geburt Jesu?

Karin Meier: Weihnachten ist für manche Menschen heute vor allem ein Geschenkefest. Das gilt natürlich besonders für die Kinder, und das versteht jeder, der Kinder hat oder sich an die eigene Kindheit erinnert. Aber auch für Erwachsene ist es wichtig, einander etwas zu schenken und so die Beziehungen zu pflegen und zu stärken. Ein Geschenk bedeutet Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dafür ist Weihnachten eine gute Gelegenheit. Aber natürlich ist das Schenken nur ein Teil von Weihnachten.

Die Lokale: Wie steht es mit denen, die keiner Kirche angehören? Dürfen auch sie Weihnachten feiern?

Karin Meier: Um an Gott zu glauben oder Weihnachten zu mögen, muss man kein Kirchenmitglied sein. Jeder feiert natürlich auf seine Weise und so, wie es in seine Lebenssituation passt. Alle Menschen sind herzlich eingeladen in unsere Weihnachtsgottesdienste. Wir feiern in Laubenheim am 24.12. um 15 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst mit Krippenspiel in der katholischen Kirche, um 18.30 Uhr ist die evangelische Christvesper, ebenfalls in der katholischen Kirche (da die evangelische dafür zu klein wäre). Um 23 Uhr findet eine Christmette im evangelischen Kirchlein statt. Wer nicht zur Kirche kommen kann oder möchte, hat die Möglichkeit, einen Weihnachtsgottesdienst im Radio oder im Fernsehen zu erleben.

Die Lokale: Was machen Sie an Heiligabend, wenn der letzte Gottesdienst gehalten ist?

Karin Meier: Ich feiere mit meiner Familie im Pfarrhaus. Dann gibt es auch Geschenke und Weihnachtslieder und die Kerzen am Weihnachtsbaum leuchten.

Die Fragen stellte Helene Braun

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.