Besinnliche Integration auf Ebersheimer Art: der örtliche Weihnachtsmarkt. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM – Idyllische Weihnachts- oder Adventsmärkte gibt es in Mainz einige. Der Ebersheimer Weihnachtsmarkt zählt ohne Einschränkung dazu. Der Platz im Schatten der St. Laurentiuskirche hat erneut unzählige Gäste dazu eingeladen, die besinnliche Zeit bis zum Weihnachtsfest gemeinsam einzuläuten. Doch scheint gerade der Ebersheimer Festtag eine zusätzliche Qualität zu vermitteln: Er bringt die Bürger näher zueinander.

„Es hat sich gelohnt, die vielen Tage in die Vorbereitung zu investieren“, sagte Wolfgang Ziegler von der „Agenda 21 – Leben in Ebersheim“. Obgleich das Orgateam kurz vor dem Startschuss durchaus zittern musste. „Wir haben einen hohen Krankenstand. Einige aus dem Team sind ausgefallen.“ Doch in letzter Konsequenz sei alles gut gegangen. „Auch weil wir sehr viel Hilfe aus den Vereinen erfahren haben.“ Die Atmosphäre mit Musik des Musikvereins „Lyra“, mit den schmücken Ständen und Lichterketten sowie dem Künstlermarkt ließ Probleme erst gar nicht erkennen. Rund 20 Vereine, Handwerkskünstler, Sänger und Musiker gestalteten den Samstagnachmittag und Samstagabend vor dem ersten Advent eifrig mit. „Wir erfahren heute eine größere Resonanz. Abgesehen davon entwickelt sich unser Weihnachtsmarkt von Jahr zu Jahr besser. Immer mehr Teilnehmer machen mit, wodurch das Angebot vielfältiger wird.“ Ebersheim sei gewachsen und der Weihnachtsmarkt diene auf jeden Fall als Kontaktquelle, um die Neubürger in das Dorfleben einzubinden. „Ja, Dorfleben, denn unsere Struktur ist nach wie vor ländlich.“

„Die Neubürger kommen und integrieren sich und sie bringen ihre Kinder mit. So wächst der Weihnachtsmarkt wie von selbst. Das schönste Geschenk bekamen die Kleinsten. 170 Präsente, mit denen der Nikolaus den Nachwuchs erfreute, verschnürte das Orgateam im Vorfeld. „Im vorigen Jahr waren es 144 und sie reichten nicht aus.“ In die enttäuschten Kinderaugen wollte keiner noch einmal blicken.

Apropos Integration der Neubürger: Ein gutes Beispiel war erneut Harald Blümel. Der ehemalige Opernsänger aus Leipzig, seit knapp vier Jahren ein überzeugter Ebersheimer, sang Kinderweihnachtslieder mit den Kindern mit und kündigte so die Ankunft des Mannes im roten Mantel an. Durch das Engagement im Ort fühle er sich in Ebersheim wie zu Hause. „Unsere Tochter und die Enkelkinder schmunzeln schon und sagen: ,Du kennst bereits mehr Ebersheimer als wir‘.“

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