Die Bronzeplakette erinnert an diejenigen, die die Sanierung der Schlossfassade finanziell mitgetragen haben. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Das Kurfürstliche Schloss gehört mit Sicherheit zu den markantesten und den bekanntesten Gebäuden der Landeshauptstadt. Doch die mehr als 350 Jahre seiner Geschichte, zueltzt der verheerende Zweite Weltkrieg, haben dem Gebäude zugesetzt. Mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen werden die einzelnen Fassaden seit nunmehr zehn Jahren sukzessive instandgesetzt und bekommen ihren alten Glanz zurück.

Doch die vielen Millionen Euro können nicht allein von einer Seite gestemmt werden. Neben öffentlichen Geldern tragen Spenden und Sponsoren maßgeblich für die Sanierung der Fassaden bei. Für die Restaurierung der Fassaden am Diether von Isenburg-Flügel stellte zum Beispiel die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zweckgebundener Spenden des Mainzer „Denk!Mal“-Netzwerks sowie der Erträge der Glücksspirale von 2009 bis 2017 insgesamt rund 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. 

Die Plakette ist vielleicht auch ein Ansporn, das finanzielle Engagement nicht abreißen zu lassen. Foto: Ralph Keim

Dieses Engagament ist nun auch öffentlich sichtbar gewürdigt worden. Denn Erika Friderichs, DSD-Ortskuratorin Mainz, und Baudezernentin Marianne Grosse, brachten eine Bronzeplakette an. Sie trägt den Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ und dient vielleicht auch als Ansporn, das finanzielle Engagement nicht abreißen zu lassen. 

Das Mainzer Schloss ist eines von über 170 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte. In Mainz waren dies unter anderem der Ringofen der Alten Ziegeler in Bretzenheim, die Synagoge in Weisenau und das Rathaus in Gonsenheim. 

Der Bau des Kurfürstliche Schlosses begann 1627 mit dem Rheinflügel, ein gutes halbes Jahrhundert später folgte der Flügel im Norden. Mitte des 18. Jahrhunderts verlängerte man beide Flügel, bevor rund 50 Jahre später mit der eingeschossigen Steinhalle ein dritter Flügel hinzukam.

Im Zweiten Weltkrieg brannte der Bau vollständig aus. Bei der Wiederherrichtung 1948 wurde das Innere nicht rekonstruiert. Die Fassaden des kulturell genutzten Gebäudes waren stark geschädigt. 2009 begann die Sanierung, die auch in den kommenden Jahren weitergehen soll, wie Baudezernentin Grosse bekräftigte. Mit der Bewilligung von 2,8 Millionen Euro habe der Stadtrat bereits ein eindeutiges Zeichen gesetzt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“