Wo früher Kinder spielten und inklusive Feste gefeiert wurden, klafft seit zwei Jahren ein Loch. Foto: Archiv Helene Braun

FINTHEN – Der Layenhof ist im Aufbruch, doch auf welche Art und Weise die dort lebenden Menschen erst an den Planungen beteiligt und dann doch ignoriert wurden von Zweckverband und GVG, macht sie wütend. Zu lange wurden sie alleingelassen, sie haben sich selbst organisiert, ein Bürgerzentrum aufgebaut. Sie kümmern sich um Kinder und Jugendliche, geleitet von der Interessengemeinschaft (IG) Layenhof. Zur Vorstellung der Änderung des Flächennutzungsplanes und dem Bebauungsplanverfahren, „Planstufe I“ waren viele Bürger gekommen. Grundsätzlich sagte Martina Martin (GVG): Der heutige Wohnbereich wird ergänzt, der zweite Teil betrifft das flugaffine Gewerbe, also den Flugplatz mit dem Gewerbebereich, als drittes Element der Planung steht der Handwerkerhof als reines Gewerbegebiet. Der Kunst- und Kulturbereich soll weiterentwickelt werden. So weit, so gut, aber der Teufel steckt im Detail.

Der Bolzplatz soll bebaut werden, Ersatz gibt es keinen, die Wiese am Bürgerzentrum wurde vor zwei Jahren zum Regenrückhaltebecken und diesem fiel auch die mühevoll von den Bewohnern errichtete Bocciabahn zum Opfer. Wolfgang Schäfer, der frühere IG-Vorsitzende, sagte: „Dieser Plan, der euch hier vorliegt, ist der, der von den Nachbarn in der fünften Sitzung abgelehnt wurde.“ Etliche von denen, die gekommen waren, hatten an dem Beteiligungsverfahren mitgewirkt und bereits sechs Mal Planungswerkstatt hinter sich. Wo früher Kinder gespielt haben, ist jetzt ein Loch, vom Mehrzweckplatz ist nur ein Basketballkorb übrig.

Dass die Planungswerkstatt nur eine Gelegenheit gewesen sein soll, Wünsche zu äußern, wollte Schäfer so nicht hinnehmen. „Es war ein Masterplan, über den abgestimmt wurde, die Bebauung auf dem Bolzplatz und der Wiese hatten wir so verhindert.“ Jetzt bleibt ihnen nur noch, schriftliche Einwände bei der Planoffenlegung einzureichen.

Alexander Chatzigeorgiou, im Vorstandsteam der IG, brach eine Lanze für den Finther Motor-Sport-Club, der jährlich einen Flugplatzslalom veranstaltet und dessen Strecke beschnitten wurde. „Täglich starten und landen Flugzeuge. Warum darf der MSC dann nicht auch ein Mal im Jahr auf betoniertem Gebiet den Slalom ausrichten?“ Durch die Beschneidung habe man „Kreisliga statt Bundesliga“.

Ortsvorsteher Manfred Mahle sagte: „Ich sehe einen gewissen Frust, aber wir müssen nach vorne schauen. Wir haben jetzt ein neues Verfahren und müssen uns dort einbringen.“

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.