INGELHEIM – Neben Umwelt- und Vogelschutz ist die Machbarkeit einer Rheinbrücke im Raum Bingen/Ingelheim vor allem auch eine politische Frage. Dies ist für Landrätin Dorothea Schäfer Ergebnis einer von der FWG-Fraktion beantragten Anhörung zum Thema „Rheinbrücke“ in der jüngsten Kreistagssitzung. Als Experten waren anwesend: Gerhard Harmeling, Abteilungsleiter im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, und Martin Weber, sein Pendant aus Hessen. Weiterhin sprachen Alexander Krämer, leitender Planer bei der Planungsgemeinschaf Rheinhessen-Nahe, Hasso Mansfeld, BI Rheinquerung, und der Fachanwalt für Umweltrecht, Tobias Kroll.

Regionalplaner Alexander Krämer sah durchaus die Notwendigkeit für eine Machbarkeitsstudie. Denn eine Brücke zwischen Mainz und Bingen sei auch aus regionalplanerischer Sicht erforderlich. Dies hätten unter anderem die Ereignisse um die Schiersteiner Brücke gezeigt, die sich als Engpass darstelle.

Am Ende sei alles eine Sache der Abwägung, sagte er mit Blick auf den Natur- und Vogelschutz. Die vorhandenen Konflikte sah er jedenfalls nicht als unlösbar an. Und auch Rechtsanwalt Tobias Kroll maß dem politischen Willen eine hohe Bedeutung zu, wobei die vorhandenen Vogelschutzgebiete für einen Brückenbau natürlich „problematisch“ seien. Um eine abschließende Bewertung vorzunehmen, müssten aber auf jeden Fall neue Daten erhoben werden. Nur die alten Daten aus dem Jahre 2006 neu zu beurteilen, reiche für ein fundiertes Urteil nicht aus. Das unterstrich auch Hasso Mansfeld für die Bürgerinitiative. In alte Daten zu schauen, sei keine Machbarkeitsstudie. Da müsse noch mehr geschehen.

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