Auch Ingelheim gedachte der Opfer der Reichspogromnacht. Foto: Stadt Ingelheim

INGELHEIM – Zum 81. Mal jährte sich der Tag, dass in ganz Deutschland Synagogen gebrannt hatten und noch immer wird die Erinnerung ganz bewusst wachgehalten. Jährlich gedenken Bürger am Synagogenplatz in Ober-Ingelheim am 9. November der Reichspogromnacht in einer kleinen Feierstunde.

Oberbürgermeister Ralf Claus betonte einmal mehr die bunte Vielfalt und das Zusammenleben ohne Vorurteile in der Stadt und verwies auf die Resolution, die vom Stadtrat kürzlich einstimmig abgezeichnet wurde. „Die im Stadtrat vertretenden Fraktionen werden sich stets dafür einsetzen, dass Gewalt, Rassismus und insbesondere antisemitischer Hetze kein Raum gegeben wird.“

Stolpersteine erinnern an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Foto: Stadt Ingelheim

Vom Organisator und Vorsitzenden des Vereins der Deutsch-Israelischen Freundschaft, Klaus Dürsch, wurden die zahlreichen Zuhörer darüber informiert, dass die meisten Juden nicht reich waren und die „Ablösesumme“ für eine Auswanderung nicht aufbringen konnten, wie das auch am Beispiel von Renate Wertheim zu erleben war, deren Eltern ein kleines Geschäftchen hatten, das sicherlich gerade soviel abwarf, damit die Familie leben konnte.

Dieter Engelhardt vom Verein InRage ist besorgt über die rechtsradikale Entwicklung in Deutschland und rief alle Bürger zur Wachsamkeit auf. Die Rechten sollten sich in Ingelheim nicht wohlfühlen. Auch Pfarrer Christian Feuerstein beklagte, dass jüdische Mitbürger auch heute noch nicht sicher seien und bekräftigte dies mit der heute noch aktuellen Geschichte von Königin Esther aus dem alten Testament.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Trompetern Carla Rode und Simon Moeren von der Musikschule im Weiterbildungszentrum.

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