Die Akteure des Abends: Prof. Gerhard Trabert, Anita Zimmermann, Thomas Scheike. Foto: Kulturbuntes Bodenheim

BODENHEIM – Es war nicht das erste Mal, dass Prof. Gerhard Trabert die Einladung der Flüchtlingsinitiative „Kulturbuntes Bodenheim“ angenommen hatte. Bekannt als Gründer des Vereins Armut und Gesundheit, der Wohnsitzlose aufsucht und medizinisch versorgt, sowie durch sein Engagement in der Seenotrettung von Flüchtlingen, hatte er diesmal weitere Gäste mitgebracht. Anita Zimmermann und Thomas Scheike setzten den musikalischen Part der „Musikalischen Lesung“ um.

Über fünf Kontinente gingen die Gratwanderungen direkt hinein in die Flüchtlingslager an den Küsten Europas, zu Einsätzen der Seewatch bei der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer, ins Katastrophengebiet Sri Lanka nach dem Tsunami 2005, in den Norden Syriens und in die Straßen von Mainz, wo Trabert Obdachlosen medizinische Hilfe und Unterstützung bietet. Kein leichter Abend, sondern einer, bei dem Menschen in äußerster Not im Mittelpunkt standen, Not, die durch die Berichte von Gerhard Trabert ein Gesicht bekam. Lieder wie „Fragile“ von Sting und „Another Day in Paradise“ von Phil Collins, gesungen von Anita Zimmermann und auf dem Klavier begleitet von Thomas Scheike, ließen das Gesehene und Gehörte noch intensiver und unmittelbarer erleben.

Kein leichter Abend, aber auch keiner, der nur betroffen machen wollte. Vielmehr ein Appell an uns alle, den Kontakt mit Menschen in Not und denen, die Zuflucht suchen vor Bedrohung und Krieg, zu wagen. Denn, so Gerhard Trabert, er sei in all seinen Einsätzen und im Kontakt mit den Betroffenen immer auch Beschenkter. Er erfahre Nähe, Zuwendung und Unterstützung überall dort, wo er auf Menschen zugehe.

Auch das Kulturbunte Bodenheim steht für Austausch und Unterstützung von Menschen, die auf ein neues Leben in Freiheit und Sicherheit in Deutschland hoffen. In der immer schärfer werdenden Diskussion um Asylrecht und Migration dürfe, so die Initiative, das im Grundgesetz verankerte Recht aller Menschen auf Würde nicht beschnitten werden.

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