Die Feuerwehrleute übergeben die Verletzten den Rettungsdiensten. Foto: Helene Braun

OBERSTADT – Ein spannendes Szenario hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Bretzenheim ausgedacht für die gemeinsame Übung mit den Wehren Drais und Marienborn und in Kooperation mit der Berufsfeuerwehr, die das ganze beobachtet. Auf dem Campus der Universität hat im alten Chemiebau, der jetzt leer steht, ein Unfall in einem der Labore einen Brand ausgelöst. Mehrere Menschen werden vermisst, einige sind verletzt, einer hat sich auf das Dach geflüchtet, eine Frau rastet aus und will zurück in das angenommene Inferno und muss zurückgehalten, ein weiterer wiederbelebt werden. Den Defibrillator haben sie nicht umsonst mitgebracht. Die Verletzten spielen die Feuerwehrjugendlichen gut. Nach kurzer Zeit rücken fünf Löschfahrzeuge an, versetzt je nach Entfernung, andere kommen in den Mannschaftswagen mit.

Alle Feuerwehrleute sind beschäftigt, jede Gruppe mit etwas anderem. Foto: Helene Braun

Das Szenario ist so gedacht, dass alle Fahrzeuge und viele der Gerätschaften zum Einsatz kommen können. Die Herausforderung besteht in der Kommunikation untereinander und mit den ebenfalls eingetroffenen Hilfsorganisationen wie DRK und Maltesern. Mit Atemschutzgerät dringen die Feuerwehrleute in den verrauchten Flachbau ein und bahnen sich den Weg durchs Dunkel, führen oder tragen Verletzte raus, dann wird gelöscht mit echtem Wasser. Christoph Steigerwald, Wehrführer in Bretzenheim, ist froh, wenn er ein leerstehendes Gebäude zur Verfügung hat. Da können die Feuerwehrleute so agieren, wie sie es im Ernstfall täten.

Höhenangst dürfen die Retter nicht haben. Foto: Helene Braun

Das Gewicht, das die Atemschutzträger zu bewältigen haben, ist nicht gerade gering, 30 Kilo ohne Shirt und Hose, gibt einer Auskunft. Mit Leitern wird der Verletzte vom Dach gerettet,

Der Dummy vom Dach wird per Leiter und Seilzug auf sicheren Boden gebracht. Foto: Helene Braun

alle anderen nach der ersten Ansprache der Feuerwehrleute zu den Rettungsdiensten verbracht. Alles greift ineinander, überall hört man Anweisungen, Entscheidungen werden schnell getroffen. Der Löschangriff erfolgt von zwei Seiten und am Ende sind alle gerettet, das Feuer ist aus.

Ein Feuerwehrmann hält die hysterisch gewordene Verletzte fest, die wieder zurück ins Feuer will. Foto: Helene Braun

Koordination und Zusammenarbeit haben geklappt und jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau nimmt eine neue Erfahrung für den Ernstfall mit nach Hause.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.