Innovative Überraschungsprodukte: die Socken von „Sammy Icon“. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Die 11. Mainzer Stijl-Messe hat sich erneut deutlich fernab von Massenware positioniert. Gleichwohl blieben die Produkte, die die rund 150 Aussteller präsentierten, hoch im Kurs. Über 10.000 Besucher strömten in die „Halle 45“ in Mombach, um den Markt der innovativen Ideen rund um Kleidung, Deko- und Genussartikel sowie gleichermaßen extravagante wie praktische Gebrauchsgegenstände zu erforschen.

Diesmal stellten die Organisatoren den fairen Handel und den bewussten Konsum in den Vordergrund der zwei Messetage. Gekostet und getestet haben die Messebesucher ausgiebig: beispielsweise beim Berliner Likörhersteller „CO’PS“, wo ein doppelter „Shot“ von kaum vier Zentilitern etwa so viel Koffein wie ein Espresso enthalten sollte. Mate-Tee-Genießer probierten das Getränk, das die Leipziger-Manufaktur „caámate“ vertrieb. Mate sei noch relativ unbekannt und die dazugehörige Kultur als das kommunikative Mittel noch erklärungsbedürftig, hieß es am Stand der Leipziger.

Die Gaumenfreuden experimentell herausfordern ließ sich unter anderem bei den Allround- Würzmischungen von „Karl Konrad’s Kindeskinder“. Das Familienunternehmen war eines der Beispiele für innovative Wege, die einem Unternehmen in der 4. Generation eine Zukunft sichern können.

Borys Karpinskyy reiste zum fünften Mal aus Freiburg an. Seine Accessoire-Marke „Sammy Icon“ bot bunt und mit unterschiedlichen Motiven bedruckte Socken. „2011 fingen wir an, sie für den Freundeskreis herzustellen“, erzählte Karpinskyy. Die Entwicklung und der riesige Zuspruch führten rasch zur Unternehmensgründung. „Die Socken, denen wir unterschiedliches Design verleihen, sind qualitativ sehr hochwertig.“

Produkte vorher ausgiebig testen: Bei der Stijl-Messe erwünscht. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Vergleichbare Geschichten steuerten die meisten Aussteller bei, auch Oliver Hammerl. „Ich bin als reisender Friseur unterwegs.“ In Schweinfurt betreibe er einen Friseurladen. Auf die Reisen „durch die ganze Republik“ gehe er, um das Handwerk zu fördern, aber auch um die Leute etwas zu entschleunigen, sagte der Unterfranke. Leer blieb der Friseursessel kaum. „Der geistige Gedanke der Messe hat mich angezogen: Produkten und Leistungen fernab der Massenproduktion und abseits des Mainstreams einen Platz zu geben und den Kleinunternehmer in den Fokus zu stellen, der mit viel Herzblut hinter seiner Marktidee steht.“

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