Diese beiden neuen Stolpersteine erinnern im Bereich Umbach 4 an Markus und Anna Mattes. Foto: Ralph Keim

MAINZ – In der Innenstadt sind weitere Stolpersteine verlegt worden. Auch sie erinnern direkt vor den betreffenden Häusern an die früheren Bewohner, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors waren. Sie verfolgt, entrechtet, deportiert und in vielen Fällen ermordet.

Gunter Demnig, Kölner Bildhauer und Ideengeber des Projektes „Stolpersteine“, verlegte die Stolpersteine persönlich. Im Bereich Umbach 4 erinnern die beiden Stolpersteine an Markus Mattes und an Anna Mattes, geb. Reis. Sie wurde 1882 geboren und im Alter von 60 Jahren nach Plaski deportiert, wo sie ermordet wurde. Dasselbe Schicksal ereilte ihren 1883 geborenen Ehemann Markus.

Gunter Demnig, Ideengeber des Projektes „Stolpersteine“, verlegte die Stolpersteine persönlich. Foto: Ralph Keim

An der Stelle, wo Markus und Anna Mattes einst lebten, fand die Gedenkfeier statt, zu der eigens Nachkommen der beiden Opfer nationalsozialistischen Terrors nach Mainz gereist. , Sie leben heute in Israel und in den USA. In ihrer Rede betonte die ebenfalls anwesende Kulturdezernentin Marianne Grosse, dass es niemals einen Schlussstrich geben dürfe, was die deutsche Geschichte während der Nazi-Diktatur angehe. Sie lobte die Idee der Stolpersteine als Projekt gegen das Vergessen. Gegen das Vergessen von Verbrechen, die es auch in Mainz gegeben hat.

Insgesamt wurden an diesem Tag 15 Stolpersteine an acht Stellen verlegt: Welschnonnengasse 24 (Elise Kahn, geb. Kahn), Klarastraße 29 (Berta Abt, geb. Kahn-Hut und Meta Abt), Schusterstraße 44-46 (Louis Frank, Irma Frank, geb. Lesem, Lotte Frank, Günther Frank und Emma Lesem, geb. Ackermann), Christophsstraße 2 (Moritz Fried und Gerda Fried, geb. Löwenstein), Taunusstraße 23 (Johanna Wasserburg, geb. Kern), Taunusstraße 31 (Martha Horch)und Jakob-Dieterich-Straße 5 (David Julius) sowie Umbach 4 (Markus Mattes und Anna Mattes, geb. Reis).

Damit sind in Mainz inzwischen mehr als 200 Stolpersteine verlegt worden. Sie wurden von verschiedenen Vereinen, Institutionen und Privatpersonen gestiftet. Die ersten Stolpersteine wurden im Juni 2007 verlegt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“