Erleichterung: Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) hat zwar einen deutlichen Teilerfolg eingefahren, muss aber in die Stichwahl. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Die Mainzer haben votiert und dabei erwartungsgemäß für eine Stichwahl gesorgt: Bei der Wahl zum Amt des Oberbürgermeisters fielen auf Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) 41 Prozent der Mehrheit der Stimmen und auf seinen Herausforderer Nino Haase (parteilos) 32,4 Prozent. Da beide die 50-Prozent-Hürde nicht überschritten haben, müssen sie in die Stichwahl, die am 10. November ansteht.

Bittere Enttäuschung für Tabea Rößner: Auf die Grünen-Politikerin entfielen 22,5 der Stimmen. Damit ist Rößner aus dem Dreikampf der Favoriten für den Chefsessel im Mainzer Rathaus ausgeschieden. Ihr Ergebnis liegt mit Sicherheit weit hinter den realistischen Erwartungen ihres Lagers.

Freude: Der parteilose Nino Haase hat zumindest Tabea Rößner deutlich abgehängt. Foto: Ralph Keim

Erwartungsgemäß ohne Chancen und für den generellen Wahlausgang ohne Bedeutung war das Abschneiden der beiden anderen Kandidaten: Auf Martin Malcherek (Die Linke) entfielen 2,8 der Stimmen, während Martin Ehrhardt (Die Partei) auf lediglich 1,4 Prozent kam.

Erleichterung, Freude und Enttäuschung – so kann man die Stimmung in den Lagern der drei Favoriten bezeichnen. Die Anhänger von Amtsinhaber Ebling (52), Nino Haase (36) und Tabea Rößner (53) hatten sich im Rathaus versammelt und gespannt jede noch so kleine Veränderung der Prozentzahlen verfolgt. Doch von vornherein war klar, dass es für Tabea Rößner eben nicht für die Stichwahl gereicht hat.

Enttäuschung: Grünen-Kandidatin Tabea Rößner (Bildmitte) ist bereits im ersten Wahlgang gescheitert. Foto: Ralph Keim

Riesenfreude herrschte im Lager von Nino Haase, der offiziell von CDU, ÖDP und Freien Wählern unterstützt wird. Haase wertet den deutlichen Rückstand auf Amtsinhaber Ebling, dem die Erleichterung ob des Vorsprungs deutlich anzusehen war, freilich anders. Während die SPD das Ergebnis mit keinerlei Wechselstimmung interpretiert, sieht Haase beste Chancen, das Rathaus als neuer OB zu erobern.

Die beiden Kontrahenten haben nun weitere knapp zwei Wochen Zeit, um erneut um Wählerstimmen zu werben. Von Tabea Rößner dürfte erwartet werden, dass sie eine Wahlempfehlung ausspricht.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“