Auch viele Weisenauer wollen keine Deponie im ehemaligen Laubenheimer Steinbruch haben. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU. Aus Sorge um „ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Gefahren für die Bürger“ sprach der Weisenauer Ortsbeirat zuletzt mit einer Stimme. Mit einem gemeinsamen Antrag forderten alle Fraktionen die Stadtverwaltung auf, das Gelände des ehemaligen Steinbruchs „weiter wie bisher mit unbelastetem Aushub zu verfüllen“. Einhellig einigten sich die Fraktionen darauf, gemeinsam mit der Bürgerinitiative, die gegen den Bau der Deponie Laubenheim Nord eintritt, eine Informationsveranstaltung vorzubereiten, um die Bürger über diese Angelegenheit zu informieren. Eine Anwohnerversammlung ist am 23. Oktober um 19.30 Uhr im Wilhelm-Spies-Haus, Wilhelm-Leuschner-Straße 14, in Laubenheim geplant.

Zur Erinnerung: Auf dem ehemaligen Laubenheimer Steinbruch soll eine Deponie für Stoffe der Deponieklasse II entstehen. Die Einleitung eines Genehmigungsverfahrens beschloss der Stadtrat bereits Ende 2015.

Der gemeinsame Antrag weist darauf hin, dass „über 40 gefährliche, schadstoffbelastete Abfälle direkt neben den bestehenden und geplanten Wohnbebauungen zur Ablagerung kommen“ sollten. Während der Aussprache erläuterte Gitta Weber (SPD), dass die Vorbereitung des Untergrunds für die Deponie („Rüttel-Stopf-Verfahren“) zu Rissen an den Hauswänden und zur Erderwärmung führen und damit weitere Kosten für den Entsorgungsbetrieb verursachen könnte. Der Antrag moniert, dass die Kosten, die vor drei Jahren mit bis zu 12 Millionen Euro beziffert wurden, mittlerweile auf bis zu 32 Millionen geschätzt werden.

Annette Wöhrlin (CDU) wies auf die gesundheitlichen Auswirkungen für die Kinder in dem direkt angrenzenden Wohngebiet hin. Diese seien noch einmal mehr betroffen als Erwachsene. „Es gibt nirgends eine Mülldeponie, welche so dicht an einer Wohnbebauung liegt.“ Die Deponie müsse dringend verhindert werden, so der Tenor während der Aussprache. Die Verwaltung müsse sich im Klaren darüber werden, was ihr wichtiger sei: die Wohnbebauung oder eine Mülldeponie. Beides ist nach Auffassung des Ortsbeirates nicht möglich. Laut Weber können die Abfälle der Deponieklasse II „nicht unerhebliche Anteile an beispielsweise Schwermetallen, Dioxinen sowie unter anderem giftigen beziehungsweise krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden und stark wassergefährdenden Stoffen“ beinhalten. Sie wies darauf hin, dass die Einspruchsfrist beim Verfahren mittlerweile abgelaufen sei. Um so dringlicher forderte das Gremium die Verwaltung auf, den anstehenden formellen Erörterungstermin für die Bürger zu öffnen.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.