Dezernenten und Jugendamtsmitarbeiter sind sehr angetan von der künstlerischen Gestaltung durch Moritz Overbeck (links). Foto: Helene Braun

OBERSTADT –Windräder, die die Farben der Interimskita Windmühlenstraße aufnehmen, verwandeln im Verlauf der geschlossenen Brüstungen an den Fluchtstegen in Vögel, die sich wieder wandeln und losfliegen. Nicht nur Kinder-und Jugenddezernent Dr. Eckart Lensch (SPD) und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) zeigten sich begeistert ob der optischen Gestaltung des Mainzer Graffiti-Künstlers Moritz Overbeck, der schon vielfach in Mainz gewirkt und unter anderem viele Stromverteilerkästen und Objekte auf Plätzen verschönert hat. Auch Oberstadt-Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne) gefiel der Bezug zur Windmühlenstraße, auch wenn es sich hier eigentlich um eine Altstadt-Kita handelt, die 2018 in der Grünanlage am Fort Elisabeth eröffnet wurde.

Die exponierte Lage der Kita rechtfertigte den Entschluss, die das Erscheinungsbild der Anlage prägenden, aber baulich notwendigen Brüstungen und somit das ganze Kitaprovisorium künstlerisch mit Graffiti-Arbeiten zu gestalten und aufzuwerten. Die Ausschreibung der Arbeiten brachte Moritz Overbeck den Zuschlag. „Wir wollten für die Kita etwas Fröhliches und Aufhellendes“, sagte Grosse. Overbeck habe genau das ungesetzt, was die beiden Dezernate sich gewünscht hätten. „Es macht diese provisorische Kita, die naturgemäß keine architektonische Höchstleistung ist, zu einem echten Highlight.“ Dem stimmte Lensch unumwunden zu: „Man sieht, auch eine Interimskita kann ein wirklich schöner Standort sein.“ Er lobte auch die verträgliche Zusammenarbeit der Stadtteile Oberstadt und Altstadt. Das sei nicht überall so.

Daniel Köbler betonte, die Oberstadt sei sehr gastfreundlich und bunt. Nun sei sie noch ein wenig bunter geworden und als Grünen-Ortsvorsteher konnte er sich verkneifen zu schließen: „Ich sehe, es muss nicht unbedingt ein Widerspruch bestehen zwischen Windrädern und Vögeln.“

Moritz Overbeck, im weiteren Beruf Sozialpädagoge, hat sich so seine Gedanken im Vorfeld gemacht. „Die Idee war, den Namen der Kita aufzugreifen. Die Dreiecke, die sich aus den Windmühlen ergeben, haben mich dazu geführt, die Vögel im Origami-Stil umzusetzen.“ Für ihn ist die Farbgebung besonders wichtig und dass sie zur Umgebung passt. Viel Blau korrespondiert mit dem Blauen Rand der Kita, löst sich mit Gelb und Grün ab und am Ende ruhen sich die Vögelaus. Wie es um die Ecke weitergeht, weiß Moritz Overbeck selbst noch nicht so genau. Doch ist es nur ein kleines Stück an dem riesig langen Kunstwerk, das noch fehlt.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.