Der Vorstand des Fördervereins hatte sich vollzählig eingefunden, v.l. Rainer Becker, 2. Vorsitzender, Stella Zapala, Leitung der Sozialstation, Vorsitzende Stephanie Koch, Kassenwart Peter-Josef Becker und Dr. Peter Gräf. Foto: Helene Braun

MOMBACH – Pflegekurse für Angehörige, die Begleitung Sterbender, Freizeitgestaltung für Demenzkranke und Tagespflegegäste oder die Anschaffung von Musikinstrumenten sowie die Gestaltung von Gottesdiensten gehen bei der Caritas-Sozialstation Heilig Geist auf das Konto des Fördervereins. Viele alte, kranke und behinderte Menschen wollen ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben zu Hause führen. Mit Hilfe kann es funktionieren. Die meisten Leistungen übernehmen dabei die Kassen, aber nicht alle, die nötig wären. Seit 20 Jahren nunmehr sorgt der Förderverein für Ruhesessel, Beschäftigungsmaterialien oder einen schönen Nachmittag. Nun feierten Vorstand und Mitglieder den runden Geburtstag mit Gesprächen, Austausch und viel Kuchen im Café Malete.

Die Caritas-Sozialstation im Haus St. Rochus unter Leitung von Stella Zapala pflegt, unterstützt und entlastet deren Angehörige. Im Zeitraum des Bestehens hat der Förderverein 142.000 Euro an Beiträgen und Spenden gesammelt und 138.000 Euro den Patienten zukommen lassen. „Jetzt haben wir noch knapp 4000 Euro, aber das macht nichts, wir sind ja keine Stiftung, sondern geben die Gelder immer zeitnah aus“, sagte Schatzmeister Peter-Josef Becker.

OB Michael Ebling war schon bei der Gründung vor 20 Jahren dabei. Pflege sei heute etwas, was im Minutentakt ausgeführt werde. Daher schätze er besonders diese Menschen, die sich für das Wohl der anderen einsetzten. Ortsvorsteher Christian Kanka sagte: „Gut, dass wir so engagierte Menschen in Mombach haben und die brauchen wir auch.“

Erst ging es wohl mehr um Pflegehilfsmittel wie Nachtstühle, Betten und so fort, aber das bezahle jetzt die Pflegeversicherung. „Die Leistungen beziehen sich jetzt vor allem auf nicht abgedeckte Kassenleistungen“, erklärte Vorsitzende Stephanie Koch. Ein Problem sieht sie dennoch. Mit etwa 50 Mitgliedern steht der Verein noch ganz gut da, aber die meisten sind schon älter und es kämen kaum Neue nach. „Aber wenn eine Grundpflege nötig ist und die Kasse das nicht übernehmen will, springen wir ein.“

Der Zeitaufwand für Gespräche bei der Pflege ist beispielsweise auch nicht durch die Kasse abgedeckt, aber im Sinne der Caritas, der Nächstenliebe, durchaus dringend notwendig. Mit den Jahren hat sich die Gewichtung auch in Richtung Demenzerkrankte verstärkt. Unterhaltung wie Feuerwehrfeste, bunte Nachmittage oder eben auch die Gottesdienste für Demenzkranke, die Koch organisiert, kommen bei den Klienten gut an. Eine Menge an Instrumenten wurde angeschafft und Fortbildungen für die Mitarbeiter der Sozialstation übernimmt der Förderverein zu 50 Prozent.

Teilen
Vorheriger ArtikelFrüher gab es einen Teich im Park
Nächster ArtikelPräsentation des neuen Kostüms
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.